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Hisbollah lagert iranische Waffen auf dem Flughafen von Beirut

Von der Hisbollah als Waffenversteck genutzt: Frachtlager auf dem Rafik-Hariri-Flughafen in Beirut
Von der Hisbollah als Waffenversteck genutzt: Frachtlager auf dem Rafik-Hariri-Flughafen in Beirut (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Mitarbeiter berichten von der Ankunft mysteriöser großer Kisten und der ständigen Anwesenheit des zweithöchsten Befehlshabers der Hisbollah.

Nach Angaben von Mitarbeitern lagert die Hisbollah auf dem internationalen Flughafen Rafic Hariri, dem wichtigsten zivilen Flugplatz des Libanons, große Mengen iranischer Waffen. Die schiitische Terrorgruppe war bereits in der Vergangenheit beschuldigt worden, den Beiruter Flughafen für die Lagerung von Waffen zu nutzen, doch Whistleblowern zufolge hat sie diese Praxis seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 auf den Süden Israels ausgeweitet.

»Die mysteriösen großen Kisten, die mit Direktflügen aus dem Iran kommen, sind ein Zeichen dafür, dass sich die Lage verschlimmert hat«, so ein Flughafenmitarbeiter gegenüber der britischen Tageszeitung Telegraph. »Als das mit den Kisten anfing, hatten meine Freunde und ich Angst, weil wir wussten, dass etwas Seltsames vor sich ging.«

Sie befürchteten eine Explosion oder einen Angriff auf den Flughafen mit dem Ziel, die Waffen zu zerstören, um große Schäden in Beirut anrichten zu können, ähnlich wie die Explosion im Hafen im August 2020, die einen Großteil der Innenstadt verwüstete. Für diese Explosion wurde damals ein Waffenlager der Hisbollah verantwortlich gemacht. In solch einem Fall werde »Beirut von der Welt abgeschnitten sein, ganz zu schweigen von der Zahl der Opfer und den Schäden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch am Flughafen eine Katastrophe ereignet.«

Seit Jahren

Zu den gelagerten Waffen gehören Artillerieraketen des Typs Falaq aus iranischer Produktion, Kurzstreckenraketen des Typs Fateh-110, mobile ballistische Raketen und M-600-Raketen mit einer Reichweite von rund 250 Kilometern, berichtete der britische Telegraph. Lasergelenkte Panzerabwehrraketen vom Typ AT-14 Kornet, die ballistische Kurzstreckenrakete Burkan und der weit verbreitete Sprengstoff RDX werden ebenfalls auf dem Flughafen gelagert.

Ein anderer Informant beobachtet »seit Jahren, wie die Hisbollah auf dem Flughafen operiert, aber wenn sie dies während eines Kriegs tut, wird der Flughafen zur Zielscheibe. Wenn sie weiterhin diese ›Waren‹ einführen, die ich nicht kontrollieren darf, glaube ich wirklich, dass ich durch die Explosion oder durch die israelische Bombardierung der ›Waren‹ sterben werde. Es geht nicht nur um uns, sondern auch um die normalen Menschen, die ein- und ausreisen, die Urlaub machen. Wenn der Flughafen bombardiert wird, ist der Libanon am Ende.«

Nach Angaben des Flughafenpersonals ist Wafiq Safa, der zweite Befehlshaber der Hisbollah und Chef ihres Sicherheitsapparats, am Flughafen sehr präsent. »Wafiq Safa taucht ständig am Zoll auf«, sagte einer der Informanten. »Ich habe das Gefühl, dass unsere Familien in Gefahr sind, wenn wir nicht tun, was sie sagen.«

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) erklärten in einer Stellungnahme: »Die Strategie der Hisbollah, Waffen zu verstecken und von zivilen Vierteln aus zu operieren, beruht auf ihrer Absicht, die IDF dazu zu bringen, diese zivilen Gebiete in Zeiten der Eskalation ins Visier zu nehmen. Greift die Hisbollah von diesen Orten aus israelische Zivilisten an, hätten die IDF keine andere Wahl, als zu reagieren und möglicherweise libanesische Zivilisten in Gefahr zu bringen, was zu internationaler Empörung über die IDF führen würde«, so die Armee weiter.

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