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Hisbollah bestätigt Tod eines hochrangigen Terror-Kommandeurs

Der hochrangige Hisbollah-Kommandeur Muhammad Nimah Nasser
Der hochrangige Hisbollah-Kommandeur Muhammad Nimah Nasser (Quelle: JNS)

Nach der Nachricht über die Eliminierung des hochrangigen Hisbollah-Funktionärs Muhammad Nimah Nasser durch das israelische Militär wurde im Norden Israels Luftschutzalarm ausgelöst.

Ein israelischer Luftangriff außerhalb der südlibanesischen Küstenstadt Tyrus traf am Mittwoch einen der ranghöchsten Hisbollah-Kommandeure, die seit Kriegsbeginn ausgeschaltet wurden, wie die Terrorgruppe bestätigte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hatte Muhammad Nimah Nasser den gleichen Rang und die gleiche Bedeutung für die iranische Stellvertretertruppe wie Sami Taleb Abdullah, der im Juni bei einem Luftangriff der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) getötet und der ranghöchste Terrorist war, der ausgeschaltet wurde, seitdem die Hisbollah am 8. Oktober letzten Jahres zur Unterstützung der Hamas in den Krieg eingetreten ist.

In einer von der Hisbollah-nahen Zeitung Al-Akhbar zitierten Erklärung bestätigte die Terrorgruppe den Tod von »Hajj Abu Nimah« und verlieh ihm den Titel eines »Märtyrer-Kommandeurs«. Nach Angaben der israelischen Zeitung Ynet erhielten in den vergangenen Monaten nur zwei andere getötete Terroristen diesen Ehrentitel.

Wie libanesische Sicherheitsquellen Reuters mitteilten, befehligte Nasser die Aziz-Einheit, die für Operationen an der Südgrenze zuständig ist. Die IDF bestätigten den Luftschlag und hielten über Nasser fest, dieser habe »seine Position 2016 angetreten und die Raketen- und Panzerabwehrraketenangriffe aus dem Südwestlibanon auf israelische Zivilisten, Gemeinden und Sicherheitskräfte geleitet«.

Laut israelischem Militär leitete der Kommandeur »auch eine große Anzahl von Terroranschlägen gegen Israel sowohl während als auch vor dem [aktuellen] Krieg und übte zuvor mehrere zentrale Funktionen innerhalb der Hisbollah aus. Muhammad Nimah Nasser war das Gegenstück zu Sami Taleb Abdullah, dem Kommandeur der Nasser-Einheit, der im vergangenen Monat eliminiert wurde. Beide zusammen waren sie zwei der bedeutendsten Hisbollah-Terroristen im Südlibanon«, heißt es in der Erklärung der IDF abschließend.

Souveränität über Norden verloren

Nach der Tötung Abdullahs im Juni hatte die Hisbollah eines ihrer bislang größten Raketen- und Drohnenfeuer auf den Norden des jüdischen Staates abgefeuert, das Brände auslöste und zwei Zivilisten leicht verletzte. Nach der Nachricht von Nassers Tod wurde in der nördlichen Stadt Kirjat Schmona und im Kibbuz Manara Luftschutzalarm ausgelöst, der vor erneutem Raketenbeschuss aus dem Libanon warnte, damit sich die verbliebenen Bewohner des größtenteils evakuierten Grenzgebiets in Sicherheit bringen konnten.

Die Hisbollah erklärte anschließend via Al-Akhbar, sie habe etwa hundert Katjuscha-Raketen auf militärische Einrichtungen auf den Golanhöhen und in Galiläa abgefeuert. Unmittelbar nach den Angriffen, die Brände auf den zentralen Golanhöhen auslösten, gab es keine Meldungen über Verletzte oder Schäden, wie Kanal 12 berichtete.

Die Hisbollah greift den Norden Israels seit dem 8. Oktober 2023 fast täglich an und feuerte bislang Tausende von Drohnen, Raketen und Panzerabwehrraketen auf israelische Städte ab, wobei mehr als zwanzig Menschen getötet und große Schäden verursacht wurden. Zehntausende evakuierte israelische Zivilisten sind deswegen weiterhin auf der Flucht.

In einem Interview am Montag stellte US-Außenminister Antony Blinken fest, Israel habe »faktisch die Souveränität« über sein nördliches Gebiet verloren. »Die Menschen fühlen sich nicht sicher, wenn sie in ihre Häuser gehen«, sagte der Spitzendiplomat gegenüber dem Brookings Institute: »Wenn wir nichts gegen die Unsicherheit unternehmen, werden die Menschen kein Vertrauen haben, zurückzukehren.«

Währenddessen schwor Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, die Angriffe fortzusetzen, bis eine »vollständige und dauerhafte Waffenruhe« im Gazastreifen erreicht sei. Im Juni haben die IDF die operativen Pläne für eine Kampagne zur Zurückdrängung der Hisbollah nördlich des Litani-Flusses formell »genehmigt und bestätigt«, was auch das erklärte Ziel der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats von 2006 war. Die israelische Regierung erwägt, die Operation noch in diesem Monat zu starten, berichtete die deutsche Zeitung Bild am Dienstag unter Berufung auf diplomatische Quellen.

Am Mittwoch teilte der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant den Truppen im Süden mit, das Militär greife »die Hisbollah jeden Tag sehr hart an, und wir werden auch einen Zustand der vollen Bereitschaft erreichen, um alle erforderlichen Maßnahmen im Libanon zu ergreifen oder eine Vereinbarung aus einer Position der Stärke zu treffen«. Die Panzer, die derzeit den Gazastreifen verlassen, »können den Litani erreichen«, erklärte er in Bezug auf den Fluss, der etwa fünfzehn Kilometer nördlich der israelischen Grenze liegt. »Wir bevorzugen ein Abkommen, aber wenn die Realität uns dazu zwingt, werden wir wissen, wie man kämpft«, schloss Gallant, wie aus seinem Büro zu erfahren war.

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