UN-Botschafter Danny Danon bestritt im Sicherheitsrat, dass Israel tödliche Attacken auf UNIFIL-Truppen ausgeführt habe.
Mike Wagenheim
Israels UN-Botschafter Danny Danon beharrte am Dienstagmorgen darauf, dass eine Explosion im Südlibanon, bei der am Montag zwei indonesische Mitglieder der UN-Friedenstruppe getötet und zwei weitere Soldaten verletzt wurden, von der Terrororganisation Hisbollah verursacht worden sei.
»Wir können bestätigen, dass UNIFIL-Truppen bei einem Vorfall in der Nähe von Bani Hayyan von Sprengkörpern der Hisbollah getroffen wurden«, erklärte Danon vor dem UN-Sicherheitsrat in einer von Frankreich einberufenen Sondersitzung, die sich mit mehreren tödlichen Zwischenfällen im Zusammenhang mit der UNIFIL befasste.
Einige Stunden später gab die UNO die ersten Ergebnisse einer Untersuchung bekannt, wonach offenbar eine Explosion am Straßenrand den Konvoi der UNIFIL-Truppen getroffen habe. Die Untersuchung ergab keinen Hinweis auf den Täter. Die israelischen Streitkräfte geben an, dass sie sich zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht in der Nähe des Tatorts befanden.
Danon sagte am Dienstag außerdem, dass ein Beschuss der UNIFIL-Stellung am Sonntag von der Hisbollah durchgeführt worden sei. Dieser Vorfall führte zum Tod eines weiteren indonesischen Friedenstruppenangehörigen.
»Die Lage ist komplex. Sie ändert sich schnell. Und sie ist gefährlich«, sagte Danon. »Israel hat diesen Konflikt nicht gewählt. Die Hisbollah tat dies, als sie begann, auf unsere Gemeinden zu schießen, und behauptete, den Tod des Obersten Führers des iranischen Regimes rächen zu wollen.«
Einmischung der Hisbollah
Die Hisbollah hat seit dem 2. März mehr als 5.000 Raketen, Geschosse und Drohnen auf Israel abgefeuert, als sie sich im Namen ihrer Gönner in Teheran in den Krieg zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran einmischte. Diese Angriffe haben in Verbindung mit israelischen Gegenangriffen zu einer massiven Vertreibung der Bewohner auf beiden Seiten der nördlichen Grenze Israels geführt.
Danon zeigte sich am Dienstag verärgert, als er dem Rat eine Karte vorlegte, auf der mehrere Raketenabschüsse der Hisbollah in der Nähe einer UNIFIL-Position eingezeichnet waren, wodurch die Friedenstruppen in die Schusslinie geraten.
»Israel arbeitet eng mit der UNIFIL zusammen, um das Risiko zu verringern«, sagte Danon und ging dabei auf die Aufforderungen an die UNIFIL ein, ihre Truppen vorübergehend umzupositionieren und Schutz zu suchen. »Unterdessen nutzt die Hisbollah ihre Anwesenheit aus.«
Er brachte gegenüber dem Rat auch seine Frustration darüber zum Ausdruck, dass die libanesische Regierung es versäumt habe, die Hisbollah zu entwaffnen und ihre Truppen in die südliche Hochburg der Terrorgruppe zu entsenden. »Wenn die Hisbollah weitermacht, bleibt die Gefahr bestehen. Wenn die Hisbollah bewaffnet bleibt, bleibt die Bedrohung bestehen«, sagte Danon.
Jérôme Bonnafont, Frankreichs UN-Botschafter, widersprach Danons Einschätzung entschieden und behauptete, israelische Soldaten hätten eine »aggressive Haltung« an den Tag gelegt, unter anderem gegenüber dem französischen Kontingent in Naqoura.
Ahmad Arafa, Beiruts Botschafter, beschuldigte Israel nicht direkt der Beteiligung an den tödlichen Vorfällen zu Beginn der Woche. Er verwies jedoch auf ein Ereignis aus dem Jahr 1996, bei dem Israel laut den Vereinten Nationen während eines Feuergefechts mit der Hisbollah absichtlich das UNIFIL-Hauptquartier in Qana angegriffen habe. Israelische Offizielle bestehen darauf, dass die israelischen Streitkräfte lediglich ein Sperrfeuer eröffnet hätten, um eine Spezialeinheit zu decken, die aus der Nähe des UNIFIL-Geländes angegriffen wurde.
Arafa machte zudem die Hisbollah dafür verantwortlich, sich für den Eintritt in den aktuellen Krieg entschieden zu haben, »zu einem Zeitpunkt, als die libanesische Regierung offen für einen Dialog war, der zu nachhaltigen politischen Lösungen hätte führen und einen Rahmen für die Lösung offener Fragen hätte bieten können«.
Washingtons Gesandter drängte darauf, mit einem Urteil zu warten, bis die vollständigen Ergebnisse der UN-Untersuchung vorliegen. »Wir müssen die libanesische Regierung und die libanesischen Streitkräfte bei der Ausübung ihrer Souveränität unterstützen«, sagte Botschafter Mike Waltz, »und die Hisbollah zurückschlagen.«
(Der Artikel ist auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Übersetzung von Florian Markl.)






