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Hinrichtungen von Demonstranten: Israel liefert USA Beweise gegen den Iran

Wracks ausgebrannter Busse, die im Zuge der iranische Proteste in Brand gesteckt wurden
Wracks ausgebrannter Busse, die im Zuge der iranische Proteste in Brand gesteckt wurden (Quelle: JNS)

Der israelische Geheimdienst half dabei, zu beweisen, dass das iranische Regime Demonstranten hingerichtet hat, trotz der Zusicherungen, die US-Präsident Trump erhalten haben will.

Danny Zaken

Der israelische Geheimdienst unterstützte die USA dabei, den Nachweis zu erbringen, dass das iranische Regime Hinrichtungen von Demonstranten durchgeführt hat, was im Widerspruch zu den Zusicherungen steht, die Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben von der iranischen Führung erhalten hatte. Trump erklärte Mitte Januar, einer der Gründe, warum er einen Angriff auf die Islamische Republik verschoben habe, sei die Zusage gewesen, die Hinrichtung von mehr als achthundert Häftlingen, die an Protesten teilgenommen hatten, zu stoppen. Die Zusicherung sei ihm unter anderem in einer direkten Nachricht des iranischen Präsidenten Masoud Peseschkian übermittelt worden, hieß es.

Teheran bestritt allerdings, dass eine solche Nachricht gesendet worden sei, und behauptete, es gebe gar keine Pläne, achthundert Menschen hinzurichten. Der US-Regierung vorliegende Geheimdienstinformationen enthalten jedoch eindeutige Beweise dafür, dass solche Hinrichtungen unter Verwendung verschiedener Methoden durchgeführt wurden. Israel war an der Beschaffung dieser Informationen beteiligt, die nicht nur darauf hindeuten, dass mit scharfer Munition gegen Demonstranten auf den Straßen vorgegangen wurde, sondern auch, dass Demonstranten nach ihrer Festnahme durch gezielte Schüsse hingerichtet wurden.

Das iranische Vorgehen gegen die Proteste im Land stand auf der Tagesordnung eines Treffens zwischen dem Team von Premierminister Benjamin Netanjahu und dem US-Gesandten Steve Witkoff, der die US-Kontakte zum Iran vermittelte, sowie dem Trump-Berater Jared Kushner.

Die beiden Männer gehören zu jenem Lager innerhalb der US-Regierung, das eine diplomatische Lösung mit dem Iran anstrebt, um zu vermeiden, dass die Region in einen Krieg hineingezogen wird, und um die Pläne der USA zur Neugestaltung des Nahen Ostens aufrechtzuerhalten. Sie werden dabei von Katar, Saudi-Arabien und der Türkei unterstützt, der neuen sunnitischen Achse, deren Beziehungen zum mehrheitlich schiitischen Iran sich in letzter Zeit intensiviert haben. Bis vor kurzem schlug Saudi-Arabien noch ganz andere Töne gegenüber Teehran an, hat aber zumindest öffentlich seine Haltung geändert.

Die Militärkoalition

Witkoff und Kushner gegenüber stehen andere Berater und einige Kabinettsmitglieder von Präsident Trump, darunter Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth. Sie betrachten einen entscheidenden Schlag gegen das iranische Regime, der zu dessen Zusammenbruch oder zumindest zu einer erheblichen Schwächung führt, als moralische Verpflichtung und als wichtigen strategischen Schritt. Ihrer Ansicht nach würde eine solche Maßnahme den Interessen der USA in der Region einen erheblichen Schub verleihen.

Neben Israel gehören zu den Befürwortern eines solchen Schrittes auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Teile Europas, darunter Großbritannien. Die VAE, Großbritannien und Jordanien würden im Falle eines Angriffs auf den Iran die logistische und nachrichtendienstliche Unterstützung bereitstellen, die das US-Militär benötigt. Auch an der Abwehr von Raketen und Drohnen würden sie sich wohl beteiligen, die der Iran auf strategische Ziele in der Region, darunter Israel, US-Stützpunkte und Ölanlagen im Golf, abschießen könnte.

Präsident Trump geriet am vergangenen Freitag in die Kritik, nachdem er den Beitrag der NATO-Staaten im Afghanistan-Krieg heruntergespielt hatte, während mehrere NATO-Staaten an den Kämpfen teilgenommen und zum Teil schwere Verluste erlitten hatten. Großbritannien etwa verlor mehr als vierhundert Soldaten, weswegen die Kritik an Trump dort besonders scharf war. Während sich der US-Präsident am Samstag teilweise entschuldigte, blieb unklar, ob London, das seine Luftstreitkräfte in Zypern und Jordanien verstärkt hat, sich aktiv an den Kämpfen gegen den Iran beteiligen würde.

Am Samstag traf der Chef des US-Zentralkommandos (CENTCOM) Brad Cooper zu Koordinierungssitzungen mit hochrangigen Vertretern des israelischen Verteidigungsministeriums in Tel Aviv ein. Cooper würde als operativer Befehlshaber eines Angriffs fungieren, falls und wenn es dazu kommen sollte.

Das Zentralkommando betreibt ein gemeinsames regionales Operationszentrum, dem auch Israel angegehört, und laut einer israelischen Sicherheitsquelle war die Zusammenarbeit zwischen den beiden Streitkräften noch nie so eng wie heute. Die Kooperation spiegelt sich im gegenseitigen Austausch von Geheimdienstinformationen, in logistischer Unterstützung und in gemeinsamen Flugabwehrsystemen wider, die gegen die Raketen- und Drohnenbedrohung aus dem Iran eingesetzt werden. Die mögliche Zieldatenbank wurde auf der Grundlage gemeinsamer Geheimdienstinformationen und der Lehren aus dem zwölftägigen Krieg im Juni 2025 aufgebaut.

Unter Coopers Kommando stationieren die USA zusätzlich zu den bereits den im Nahen Osten befindlichen Bodentruppen und Luftgeschwadern auch einen Flugzeugträger und eine Reihe von Zerstörern, die mit Tomahawk-Marschflugkörpern bewaffnet sind und eine enorme Feuerkraft bieten. Die USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group rückte Anfang dieser Woche in eine operative Position nahe dem iranischen Festland vor. Nun liegt es an Donald Trumps Entscheidung, wie es weitergeht.

Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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