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Isaac Herzog besucht als erstes israelisches Staatsoberhaupt Bahrain

Vor seiner Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate traf der israelische Präsident mit dem bahrainischen König Hamad bin Isa Al Khalifa und anderen hohen Beamten zusammen.

Charles Bybelezer

Im Rahmen einer zweitägigen Reise, die ihn am Montag auch in die Vereinigten Arabischen Emirate führte, war Isaac Herzog am Sonntag das erste israelische Staatsoberhaupt, das Bahrain einen offiziellen Besuch abstattete. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören neben Marokko und dem Sudan zu jenen Ländern, die ihre Beziehungen zu Israel seit 2020 im Rahmen der Abraham-Abkommens normalisiert haben.

Kleine jüdische Gemeinde

Herzog wurde in Bahrains Hauptstadt Manama von Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani und dem israelischen Botschafter Khaled Yousif Al Jalahma empfangen und anschließend von König Hamad bin Isa Al Khalifa im Al-Qudaibiya-Palast begrüßt. »Dies ist ein großer Moment und ich fühle mich sehr geehrt, hier im Königreich Bahrain zu sein. Sie stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, in der Region Geschichte zu schreiben, wo Juden und Muslime als Söhne Abrahams zusammenleben und in Frieden vorankommen können«, sagte Herzog.

Dieses Ziel zu erreichen, sei »ein langer Prozess, aber wir können davon träumen und es sehen. Unsere Nationen haben sich dem Weg des Friedens angeschlossen, und das Königreich Bahrain ist einer der Pioniere in diesem Prozess. Es schließt sich anderen Nationen an, die gemeinsam den Frieden zum Nutzen und zum Wohl unserer Völker und der Nationen in der Region und der Welt insgesamt anstreben«, fügte Herzog hinzu.

Der israelische Präsident überreichte Hamad eine silberne Mesusa, deren Design von den Kronen der Thora-Rollen inspiriert ist und die Krönung Gottes als König symbolisiert.

»Wir sind zuversichtlich, dass dieser Besuch eine wichtige Rolle bei der Festigung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern spielt und unsere gemeinsamen Bestrebungen zur Konsolidierung des Friedens und der nachhaltigen Entwicklung in der Region und der Welt unterstützt«, sagte der bahrainische Monarch in seiner Antwort. »Der Besuch bietet Ihnen die Gelegenheit, die Schönheit der religiösen und kulturellen Vielfalt unseres Landes und den Geist der Freundlichkeit, der Toleranz und der friedlichen Koexistenz zwischen den Mitgliedern unserer ehrenwerten Gesellschaft aller Religionen und Rassen zu erleben. Er bietet die Gelegenheit, unseren Glauben an die Werte des Friedens, der Brüderlichkeit und der Zusammenarbeit zwischen den Menschen zu bekräftigen«, sagte Hamad weiter.

Am Nachmittag traf Herzog mit Mitgliedern der örtlichen jüdischen Gemeinde zusammen. »Ich bin sehr bewegt, hier zu sein. Der Besuch der jüdischen Gemeinde in Bahrain ist ein historischer Moment, denn wir haben einen unglaublichen Frieden und wunderbare Beziehungen. Wir haben alle zusammen zu Mittag gegessen, und man kann die große Zuneigung und den Respekt zwischen der Führung und unseren Nationen sehen. « In den Gesprächen mit dem Monarchen, habe sich »der immense Respekt des Königs und seiner Familie für die jüdische Gemeinde von Bahrain herausgestellt«, sagte Herzog zu den versammelten Gemeindemitgliedern.

Die jüdische Gemeinde in Bahrain besteht ein paar Dutzend Menschen, von denen die meisten bereits in einem hohen alter sind. Ihre Anwesenheit in Manama geht auf die jüdische Einwanderung nach Bahrain in den frühen 1880er Jahren zurück, hauptsächlich aus dem Irak, Iran und Kuwait.

Das israelische Staatsoberhaupt erhielt drei Geschenke von historischem Wert: ein zweisprachiges hebräisch-arabisches jüdisches Farhi-Gebetbuch, ein Buch über die Geschichte der bahrainischen jüdischen Gemeinde und eine Kopie der Genehmigung zur Errichtung der örtlichen Synagoge im Jahr 1931.

Vereinzelte Drohungen

Vor seiner Abreise aus Israel sagte Herzog, sein Besuch in Bahrain sei »ein weiterer historischer Schritt in den Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Staaten, die mit der Unterzeichnung des Abraham-Abkommens etabliert wurden, und ein weiterer Schritt, um weitere Nationen in den Kreis des Friedens aufzunehmen«. Blicke man in die Zukunft, so erhalte »man einen unglaublichen Ausblick auf die Zusammenarbeit zwischen so vielen Industriezweigen Israels, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und anderen Ländern, die das Abraham-Abkommen unterzeichnet haben, in der Hoffnung, dass in Zukunft immer mehr Länder einbezogen werden.«

Sein Besuch, so der israelische Präsident, sei »in erster Linie ein Besuch des Friedens. Inmitten von Protesten und anderen abweichenden Stimmen ist die Tatsache, dass heute in der wichtigsten Zeitung Bahrains ein Artikel von mir erscheint, der eine Friedensbotschaft überbringt, ein weiterer Schritt zur Einbeziehung Israels in die Region, die auf Zusammenarbeit zum Wohle der Völker der Region beruht. So Gott will, werden wir einen weiteren Schritt in Richtung Frieden machen.«

Mit seinen Worten spielte Herzog auf die Tatsache an, dass vor seinem Besuch am Golf auch Drohungen laut wurden, die die Erhöhung seiner Sicherheitsvorkehrungen zur Folge hatten. In einer davon wurde Herzog als eine Art Teufel dargestellt, mit geröteten Augen und Lippen sowie Flammen hinter ihm. Unter seinem verzerrten Bild stand das Wort »kriminell«. In einer anderen Online-Drohung hieß es auf Arabisch: »Jede Normalisierung ist ein Akt des Verrats. Kommt nicht.«

Israelische Medien berichteten auch, dass am Freitag in mehreren Teilen Bahrains kleinere Proteste gegen Herzogs Besuch stattfanden, wobei einige Teilnehmer »Tod für Israel« skandierten. Die Demonstranten standen Berichten zufolge in Verbindung mit pro-iranischen schiitischen Oppositionsgruppen. Die Herrscherfamilie Bahrains ist sunnitisch, während das Land mehrheitlich schiitisch ist.

Am Montag hatte Herzog dann ein Treffen mit dem Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, das vierte Treffen seit dem Amtsantritt des israelischen Präsidenten im Juli 2021.

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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