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Israel: Hanukkah feiern in Zeiten der Corona-Krise

Hanukkah-Lichtinstallation im Hafen von Tel Aviv
Hanukkah-Lichtinstallation im Hafen von Tel Aviv (© Imago Images / ZUMA Wire)

Dieses Jahr stehen die Hanukkah-Feiertage in Israel natürlich auch ganz unter dem Einfluss der weltweiten Corona-Pandemie.

Vergangenen Donnerstagabend begann das jüdische Hanukkah-Fest: Das Fest des Lichtes. Die Feierlichkeiten dauern acht Tage, wobei jeden Tag eine der Hanukkah-Kerzen angezündet wird.

Zwischen Hanukkah und Weihnachten 

In Jaffa, einem südlichen Stadtteil von Tel Aviv, treffen Judentum, Islam und Christentum aufeinander. Jedes Jahr wird neben dem Glockenturm – einem zentralen Platz, in dem Stadtteil – ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt. Direkt daneben befindet sich ein Hanukkah-Leuchter, auf dem jeden Tag ein weiteres Licht erleuchtet.

Daneben finden dieses Jahr finden hier aber auch noch zwei künstlerische Installationen ihren Platz. Die Corona-Zeit ist besonders für Kunstschaffende schwierig, doch die Stadtregierung von Tel Aviv versucht auszuhelfen. So kann man zum einen große Schneekugeln bewundern: Passanten können durch das Betätigen eines Fußpedals Schneeflocken rieseln lassen. Und auch acht bunt-beleuchtete Kreisel – ein Festtagssymbol für Hanukkah – kann man hier finden.

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Aufgrund von Corona muss das Leben vermehrt im Freien stattfinden. So können Spaziergänger nicht nur die Installationen in Jaffa besichtigen, sondern auch am Rabin- und Habima-Platz im Herzen Tel Avivs, beim öffentlichen Hanukkah-Kerzenanzünden mitmachen. Hierbei ist das Tragen vom Mund-Nasen-Schutz, sowie das Einhalten von zwei Meter Abstand zueinander ein Muss.

Hanukkah: Ausgangssperre? Lockdown? Oder doch alles wie gehabt?

Zum traditionellen Kerzenanzünden finden für gewöhnlich Treffen im Familien- oder Freundeskreis statt, wobei oft viele Menschen zusammenkommen. Seitdem Schulen sowie Straßengeschäfte und Einkaufszentren nach dem zweiten Lockdown wieder geöffnet haben, steigen die Zahlen der Corona-Neuinfizierten rasant an.

Nicht zuletzt deswegen war die Regierung wegen der Hanukkah- und Weihnachtsfeiertage besorgt und überlegte, eine Ausgangssperre für die Feiertage einzuführen. Vergangene Woche kam es zu permanenten Um-Entscheidungen der Regierung, bis dann letztlich doch alles beim Alten blieb…

Am Montag entschied sich das Corona-Kabinett für eine abendliche Ausgangssperre, um so die Hanukkah-Versammlungen und Weihnachtsfeiern zu unterbinden. Am Mittwoch riet das Gesundheitsministerium, dass Geschäfte und Lokale um 17:30 Uhr schließen und Zusammenkünfte bei Freunden oder Familie bestraft werden sollten. Am Donnerstag verkündete die Regierung schließlich, dass keine dieser Restriktionen stattfinden werde, und über die Feiertage alles bleiben soll, wie es ist.

Sollten die Zahlen allerdings auf 2.500 Neuinfektionen pro Tag und mehr ansteigen, werden striktere Maßnahmen eingeführt. Sollten die Zahlen trotz dieser Restriktionen drei Wochen später immer noch weiter ansteigen, wird das Land erneut in einen Lockdown gehen. „Wir versuchen, der Gesellschaft und der Wirtschaft nicht mehr zu schaden, aber gleichwohl die Verbreitung des Virus zu stoppen“, so Gesundheitsminister Edelstein. Die Zahl der Corona-Neuinfizierten liegt derzeit bei etwa 1.800 pro Tag, wobei die Zahl um etwa 40% pro Woche steigt. Dementsprechend wird vermutet, dass die kritische Marke von 2.500 in ein bis maximal drei Wochen erreicht werden wird. Das Gesundheitsministerium rät der Bevölkerung deshalb, keine Hanukkah-Versammlungen zu veranstalten.

Online-Hanukkah

Ein Weg, auf alljährliche Hanukkah-Zusammenkünfte zu verzichten wird durch Online-Veranstaltungen geschaffen. Zahlreiche Konzerte und Lesungen sowie gemeinsames Kerzenanzünden finden dieses Jahr auch online statt. Ein ganz besonderer Moment des diesjährigen Hanukkah-Festes war vergangenen Samstag, als Ron Dermer, der israelische Botschafter in den USA, ein virtuelles Kerzenanzünden mit seinen Amtskollegen aus Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Abdulla Rashid bin Adbulla Al Khalifa und Yousef Al Otaiba, organisierte. Dermer eröffnete die Zeremonie mit den Worten: „Es war ein Jahr der Pandemie, aber auch ein Jahr des Friedens.“

Hanukkah und Weihnachten sind Feste der Zusammenkunft, der Hoffnung und des Wunders. Welche Auswirkungen sie auf Corona haben werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

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