„Die Umwälzungen in der Türkei erreichen Hamburg. Wie der Erdogan-Regierung nahestehende Gruppen haben auch Mitglieder der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) in Deutschland zuletzt massiv Stimmung gegen das christliche Weihnachtsfest und gegen Silvesterfeiern gemacht. Ditib unterhält Moscheen in Hamburg und ist Partner der Stadt im Vertrag mit den muslimischen Verbänden und hat so auch Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung an den Schulen. In den sozialen Netzwerken wurden Zeichnungen auch von Ditib-Organisationen verbreitet, in denen man sieht, wie ein mutmaßlich muslimischer Mann einen Weihnachtsmann zusammenschlägt.
Weihnachten stehe für den Unglauben der Christen, heißt es etwa in unterschiedlichen zu solchen Bildern verbreiteten Texten. Dabei wird auch der Kampfbegriff ‚Kuffar‘, also etwa: Ungläubige/Gotteswidersacher, benutzt. ‚Das ist dasselbe Vokabular, das auch der IS benutzt‘, sagte der Islamismusexperte und Autor Ahmad Mansour (‚Generation Allah‘) dem Abendblatt. Dass solche Bilder auch von Ditib-nahen-Organisationen verbreitet würden, sei ‚ein schlechtes Zeichen‘. (…) Buchautor Ahmad Mansour warf dem rot-grünen Senat zugleich ‚Naivität‘ im Umgang mit dem Islamismus vor. ‚Hamburg ist bei dem Thema besonders naiv‘, sagte Mansour dem Abendblatt. ‚Weil man einen Vertrag mit den Verbänden geschlossen hat, sieht man über alle Probleme hinweg. Lehrer trauen sich in Hamburg kaum noch, diese Themen anzusprechen – weil sie nicht als Rassisten oder Islamgegner eingeordnet werden wollen.‘“ (Jens Meyer-Wellmann: „Türkischer Verband macht Stimmung gegen christliche Kultur“)