Hamas plant Ausweitung der Gewalt, um von miserabler Lage abzulenken

„Eine Quelle innerhalb der israelischen Ziviladministration, die anonym bleiben wollte, hat Al-Monitor berichtet, dass die Hamas sich auf einen neuen militärischen Konflikt vorbereite, weil sie nicht mehr wisse, wie sie den Menschen im Gazastreifen sonst den Eindruck vermitteln könnte, dass sie sich für sie einsetzt. Eine Fortsetzung des Status quo, ohne dass ein Ende der zehnjährigen Blockade des Gazastreifens abzusehen sei, würde die Palästinenser vollends ihrer Hoffnung berauben und das Hamas-Regime ernsthaft bedrohen. ‚Die Anführer der Hamas sind sich der gegen sie gerichteten Kritik im Gazastreifen durchaus bewusst‘, so die Quelle.

Ich habe mich in der vergangenen Woche mit einigen Bewohnern des Gazastreifens unterhalten, mit denen ich dort früher zusammengearbeitet habe. Erstmals gaben sie unumwunden zu, dass die Menschen das Hamas-Regime satt hätten und auf seinen Sturz hofften. Es gelinge, so die Ausführungen, dem Regime nicht mehr, die Menschen einzuschüchtern. Viele würden die Anführer der Hamas, die sie für die katastrophale Lage im Gazastreifen verantwortlich machten, öffentlich kritisieren. Vor allem infolge der von Abbas gegen den Gazastreifen verhängten Sanktionen liegen einige schwierige Jahre hinter der Hamas.

Der Internationale Währungsfonds (IMF) veröffentlichte am 17. September einen Bericht, in dem die verheerenden Folgen der Sanktionen beschrieben werden. Sollten sich die Prognosen des IMF als zutreffend erweisen, stehen der Gazastreifen und das Hamas-Regime vor dem Zusammenbruch. Dem Bericht zufolge liegt die Arbeitslosigkeit im Gazastreifen bei über 50 Prozent und die Jugendarbeitslosigkeit bei über 70 Prozent. Die Autoren des Berichts gehen davon aus, dass die Wirtschaft im Gazastreifen ohne umgehende Unterstützung jederzeit zusammenbrechen könnte. Die Wirtschaft des Gazastreifens steht am Rande des Zusammenbruchs, Abbas hat der Hamas in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung gedroht, und es wird davon ausgegangen, dass Ägypten demnächst das Scheitern seiner Bemühungen um eine Versöhnung von Hamas und Fatah bekannt geben und seine Lockerungen des Grenzregimes zurücknehmen wird.

Vor diesem Hintergrund sind die Chefs der israelischen Sicherheitsdienste zu dem naheliegenden Schluss gelangt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es zu einem ausgedehnten bewaffneten Konflikt mit der Hamas im Gazastreifen kommt. Am 21. September wurde berichtet, dass die Israelischen Streitkräfte ihre Präsenz an der Grenze zum Gazastreifen verstärken würden und es demnächst sowohl tagsüber als auch nachts zu einer Intensivierung der Massenausschreitungen an der Grenze kommen dürfte. Die Israelischen Streitkräfte haben an der Grenze eine neue Vorgehensweise verzeichnet. Die Hamas ruft die Palästinenser nun zu Protesten im Schutze der Dunkelheit auf. Geschosse und Granaten würden in Richtung Israel geworfen und Versuche unternommen, Israel durch den Grenzzaun zu infiltrieren. (…) Wahrscheinlich wird Israel diesmal gezwungen sein, nach Jahren des Zögerns eine historische Entscheidung zu treffen. Entweder muss es sich auf endlose Runden militärischer Auseinandersetzungen einstellen, die die Hamas zum Erhalt ihres Regimes initiiert, oder es muss sie endgültig ausschalten.“ (Shlomi Eldar: „As Gaza despairs, Hamas has one option left: intifada“)

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