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Hoher Hamas-Funktionär: Niemand weiß, wie viele Geiseln noch am Leben sind

Hamas-Funktionär Hamdan erklärt, die Terrortruppe wisse nicht, wie viele Geiseln noch leben
Hamas-Funktionär Hamdan erklärt, die Terrortruppe wisse nicht, wie viele Geiseln noch leben (© Imago Images / ZUMA Wire)

Das Hamas-Politbüromitglied machte Israel für den schlechten psychischen Zustand der geretteten Geiseln verantwortlich und erklärte, sie hätten besser ausgesehen als zum Zeitpunkt ihrer Entführung.

Der ranghohe Hamas-Funktionär Osama Hamdan sagte, niemand wisse, wie viele der hundertsechzehn Geiseln, die am 7. Oktober 2023 entführt worden waren und sich noch in den Händen der Hamas befinden, noch am Leben seien. »Ich habe keine Ahnung«, sagte der in Beirut lebende Politbüro-Funktionär gegenüber CNN. »Niemand hat eine Ahnung.«

In dem Interview machte Hamdan Israel auch für den geistigen Zustand der vier kürzlich geretteten Geiseln verantwortlich, von denen ein Arzt festgestellt hatte, dass sie während ihrer Gefangenschaft ständigem körperlichen und emotionalen Missbrauch ausgesetzt waren. »Ich glaube, wenn sie psychische Probleme haben, dann liegt das an dem, was Israel in Gaza getan hat«, sagte Hamdan und fügte die wilde Behauptung hinzu, die Entführten hätten bei ihrer Rettung aus Gaza besser ausgesehen als zum Zeitpunkt ihrer Entführung.

Nur permanenter Waffenstillstand akzeptabel 

Hamdan verteidigte die Ablehnung der Waffenstillstandsbedingungen durch die Hamas und erklärte erneut, Israel müsse erst einem vollständigen Waffenstillstand zustimmen, bevor Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln aufgenommen werden könnten. Die Hamas brauche »eine klare Positionierung Israels, dass es den Waffenstillstand und den vollständigen Rückzug aus dem Gazastreifen akzeptiert sowie den Palästinensern die Möglichkeit gibt, ihre Zukunft selbst zu bestimmen«. Wäre dies ebenso bestätigt wie »der Wiederaufbau und die Aufhebung der Belagerung«, wäre die Hamas ihrerseits »bereit, über ein faires Abkommen über den Gefangenenaustausch zu sprechen«.

Hamdan ging in dem Interview auch einen kürzlich erschienenen Artikel des Wall Street Journal ein, in dem berichtet wurde, der Hamas-Führer im Gazastreifen, Yahya Sinwar, begrüße den Tod von Zivilisten im Gazastreifen als »notwendiges Opfer«. Dabei handle es »sich um eine gefälschte Nachricht, die von jemandem verfasst wurde, der kein Palästinenser ist, und die an das Wall Street Journal geschickt wurde, um Druck auf die Hamas auszuüben und die Bevölkerung gegen den Führer aufzuhetzen«. CNN fügte diesen Worten Hamdans hinzu, dass er keine Beweise für seine Behauptung vorgelegt habe.

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