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Hamas-Führungsriege: Nächster Niederlassungsort Jordanien statt Katar?

Hamas-Funktionär Mousa Abu Marzouk bei einem Treffen mit dem Islamischen Dschihad in Gaza
Hamas-Funktionär Mousa Abu Marzouk bei einem Treffen mit dem Islamischen Dschihad in Gaza (© Imago Images / ZUMA Wire)

Das Hamas-Politbüromitglied Marzouk sagte in einem Ende April ausgestrahlten Interview mit dem iranischen Sender Al-Alam TV, die Hamas-Führer würden nach Jordanien gehen, sollten sie Katar verlassen müssen.

»Die meisten der Hamas-Führer sind Jordanier mit jordanischen Pässe«, erklärte der Hamas-Funktionär Mousa Abu Marzouk. Zwar sei das Gerede über einen Exodus der Hamas aus Katar Unsinn; müssten sie Katar aber tatsächlich verlassen, würden sie nach Jordanien ziehen. »Dort befinden sich ihre Leute. Die meisten sind jordanische Staatsbürger. Hunderte von Menschen mit jordanischen Pässen würden also nach Jordanien ziehen.«

Die Jordanier, so fuhr Marzouk fort, seien »ein gastfreundliches und ehrenwertes Volk, das den palästinensischen Widerstand unterstützt«. Die Beziehungen der Hamas zum Herrscherhaus seien gut, und überhaupt gäbe es kein Problem, einen Platz zum Leben zu finden. »Das Problem sind die USA, die sich eingemischt und Katar gezwungen haben, Hamas-Führer aufzunehmen. Würden die USA aufhören, sich einzumischen, wäre die gesamte Hamas-Führung am nächsten Tag an ihrem natürlichen Ort, eben in Jordanien.«

Provokation und Unruhestiftung

Ende März hingegen warf der ehemalige jordanische Informationsminister Samih Al-Maaytah der in Katar lebenden Hamas-Führung vor, sie versuche seit Beginn des Gaza-Kriegs die jordanische Bevölkerung gegen ihre Regierung und ihren Staat aufzubringen. »Dies ist ein Versuch, mithilfe der Muslimbruderschaft [deren palästinensischer Ableger die Hamas ist, Anm. Mena-Watch] in Jordanien eine Botschaft an den jordanischen Staat zu senden.«

Al-Maaytah ging soweit zu fordern, dass palästinensische Aktivisten, die einen jordanischen Pass besitzen und zu Unruhen aufrufen oder Unruhen provozieren, gemäß der Verfassung ausgebürgert werden sollten: »Ein Führer einer palästinensischen Gruppierung, der die jordanische Staatsbürgerschaft besitzt, aber gegen unser Land hetzt und versucht, Unruhen zu provozieren – die Regierung sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, ihm die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Dies steht im Einklang mit der Verfassung.«

Laut einem Bericht von Bloomberg befürchten jordanische Beamte, dass der Iran und seine Verbündeten, einschließlich der Hamas, den Krieg in Gaza nutzen wollen, um »Jordanien zu destabilisieren und ihre Ziele voranzutreiben«.

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