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Saudi-Arabien: Hamas lehnt Waffenstillstandsabkommen ab

Hamas-Chef Haniyeh – hier mit Taliban-Führern – lobt den »mutigen Widerstand« seiner Terrortruppe
Hamas-Chef Haniyeh – hier mit Taliban-Führern – lobt den »mutigen Widerstand« seiner Terrortruppe (© Imago Images / ABACAPRESS)

Die den Gazastreifen regierende Terrorgruppe will nur einem endgültigen Waffenstillstandsabkommen zustimmen, das den Krieg beendet und ihr eigenes Überleben sichert.

Einem saudischen Bericht zufolge haben Hamas-Vertreter den Vorschlag für ein Geisel- und Waffenstillstandsabkommen abgelehnt und behauptet, er unterscheide sich grundlegend von dem von US-Präsident Joe Biden vorgelegten Abkommen. Bei den zitierten Aussagen scheint es sich bislang allerdings um keine formelle Ablehnung durch die Terrorgruppe zu handeln.

Hamas-Quellen erklärten gegenüber der arabischen Zeitung Asharq Al-Awsat, die Terrorgruppe wolle klare Garantien für ein Ende des Kriegs. »Israel manipuliert. Sie wollen einen vorübergehenden Waffenstillstand, dann wird der Krieg wieder aufgenommen. Sie benutzen zweideutige Texte, die offen für Interpretationen sind«, so eine Quelle.

»Nach Prüfung des Inhalts des israelischen Vorschlags wurde deutlich, dass der Entwurf nicht die richtige Grundlage für das angestrebte Abkommen bildet, da er keinen dauerhaften, sondern nur einen vorübergehenden Waffenstillstand garantiert«, heißt es in einem Hamas-Memo. Israel verfolge nur das Ziel, »die Aggression vorübergehend einzustellen und seine Streitkräfte auf dem Gebiet des Gazastreifens zu belassen. Im Gegenzug will die Besatzung Geiseln zurückerhalten, an denen sie interessiert ist, und dann den Vernichtungskrieg gegen unser Volk erneuern.«

Als US-Präsident Biden seine Rede hielt, so hieß es weiter, habe »die Bewegung seine Worte begrüßt, weil sie die notwendigen Grundlagen für eine Vereinbarung schaffen, die zu einem dauerhaften Waffenstillstand, dem vollständigen Rückzug der Besatzungsarmee aus dem Gazastreifen, dem Zufluss großer Mengen an Hilfsgütern, der Rückkehr der Vertriebenen, der Rehabilitation und dem Austausch von Gefangenen führt«.

Laut Hamas umfasse der israelische Vorschlag Elemente, die in der amerikanischen Fassung nicht angeführt waren: »Es gibt einen Unterschied zwischen dem Vorschlag und dem, was Biden sagte, was zu einer Kontroverse darüber führte, ob er über seine persönlichen Interpretationen des Vorschlags sprach oder über mündliche Vereinbarungen mit israelischen Beamten.«

Zwei Kriegsziele

Der politische Führer der Hamas Ismail Haniyeh meinte am Mittwoch, die Terrorgruppe werde sich »ernsthaft und positiv« mit jeder Waffenstillstandsvereinbarung auseinandersetzen, die auf einer vollständigen Kriegseinstellung und dem kompletten Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen beruht. Haniyeh fügte hinzu, dass »die Hamas die Verhandlungen mit dieser Position führt, die den Willen des palästinensischen Volks und seinen mutigen Widerstand repräsentiert«.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wiederholte betont, kein Geiselabkommen zu akzeptieren, das Israel daran hindert, sein zweites Kriegsziel zu erreichen, nämlich die Hamas zu eliminieren, die für den Angriff am 7. Oktober 2023 verantwortlich war. Israels Kriegskabinett hat einen Vorschlag für ein Geiselabkommen gebilligt, das bei vollständiger Umsetzung ein Ende der Auseinandersetzungen herbeiführen würde, während Netanjahu meint, es würde Israel erlauben, seine Kriegsziele vorher zu erreichen.

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