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Hamas: Entwaffnung kommt nicht in Frage

Hamas-Führer Khaled Mashal, hier auf einer Konferenz von Al Jazeera im vergangenen Februar in Doha. (© imago images/Anadolu Agency)
Hamas-Führer Khaled Mashal, hier auf einer Konferenz von Al Jazeera im vergangenen Februar in Doha. (© imago images/Anadolu Agency)

Internationale Vermittler tun noch immer so, als sei der Friedensplan für Gaza auf Kurs. Die Hamas stellt klar: Mit uns nicht.

Die Izz ad-Din al-Qassam-Brigaden, der »militärische Flügel« der Hamas, verurteilten am Sonntag Forderungen nach ihrer Entwaffnung im Rahmen des Waffenstillstandsplans von US-Präsident Donald Trump als »äußerst gefährlich«. In einer von Reuters übersetzten Fernsehansprache erklärte ein Hamas-Sprecher, es sei inakzeptabel, das Thema Entmilitarisierung »auf so plumpe Weise« anzusprechen.

»Was der Feind heute über unsere brüderlichen Vermittler gegen den palästinensischen Widerstand durchzusetzen versucht, ist extrem gefährlich«, sagte Abu Obeida, ein Deckname, den Hamas-Sprecher verwenden. In der Erklärung hieß es, Washingtons Forderungen nach Entwaffnung seien »nichts anderes als ein offener Versuch, den Völkermord an unserem Volk fortzusetzen, was wir unter keinen Umständen akzeptieren werden«.

Abu Obeida forderte die Vermittler auf, sich mit den von ihm beschriebenen Verstößen Israels gegen die erste Phase von Trumps Plan zu befassen, bevor über die zweite diskutiert werde. »Der Feind ist derjenige, der das Abkommen untergräbt«, sagte der Sprecher der Terrororganisation. Die Hamas habe den Vermittlern mitgeteilt, dass sie keine Gespräche über Entwaffnung führen werde, bevor sie Garantien dafür erhalte, dass sich die israelischen Streitkräfte vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen. Das teilten drei Quellen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Die Terrororganisation traf sich am Mittwoch und Donnerstag in Kairo mit ägyptischen, katarischen und türkischen Vermittlern, um ihre erste Antwort auf einen Entwaffnungsvorschlag des Trump-Friedensrates zu geben, wie zwei ägyptische Quellen und ein palästinensischer Offizieller der Nachrichtenagentur sagten.

Ein Gaza frei von Waffen und Tunneln?

Die Hamas stellte mehrere Forderungen und Änderungsvorschläge zum Plan des Gremiums vor. Diese beinhalten ein Ende der israelischen »Verstöße«, die Umsetzung des gesamten Waffenstillstandsplans und einen Rückzug der IDF aus dem Gebiet, sagten die beiden ägyptischen Quellen. Die Quellen sagten, die Hamas weigere sich, über eine Waffenabgabe zu diskutieren, bevor diese Fragen geklärt seien.

Nickolay Mladenov, der Hohe Vertreter des Friedensrats für Gaza, sagte am Mittwoch, dass »alle Seiten den Plan gebilligt haben, die internationale Gemeinschaft ihn unterstützt hat und es nun an der Zeit ist, sich auf den Rahmen für seine Umsetzung zu einigen«. Der Friedensrat arbeite weiterhin auf ein Gaza hin, »das von der palästinensischen Übergangsverwaltung wiederaufgebaut und gesichert wird … frei von Waffen und Tunneln und wiedervereinigt mit der reformierten und legitimen Palästinensischen Autonomiebehörde«, twitterte er.

Ein namentlich nicht genannter hochrangiger US-Beamter teilte NPR im vergangenen Monat mit, dass Vermittler der Hamas den Vorschlag in Kairo vorgelegt hätten. Ein Hamas-Vertreter erklärte jedoch gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender, die vom Iran unterstützte Terrororganisation warte auf den Ausgang der gemeinsamen US-israelischen Kampagne gegen das Regime in Teheran, bevor sie darauf reagiere.

Gemäß den Bedingungen des Vorschlags würde die Hamas ihre schweren Waffen, einschließlich Raketenwerfer, abgeben und Karten ihres unterirdischen Terrortunnelnetzwerks zur Verfügung stellen, berichtete NPR.

Führende Hamas-Führer, darunter Khaled Mashal und Musa Abu Marzouk, haben in den letzten Monaten wesentliche Teile des Plans von US-Präsident Donald Trump abgelehnt, darunter die Entwaffnung, obwohl sie dem Vorschlag im Oktober zugestimmt hatten. »Der Widerstand und seine Waffen sind die Ehre und der Stolz der Ummah [islamischen Nation]«, sagte Mashal am 6. Dezember auf einem antiisraelischen Gipfel in Istanbul. »Tausend Erklärungen sind nicht so viel wert wie ein einziges Geschoss aus Eisen«, sagte er.

(Der Bericht ist auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Übersetzung von Florian Markl.)

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