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Hamas-Aufruf zur Schändung heiliger Stätten

Immer wieder muss israelische Polizei Ordnung für friedlich Betende auf dem Tempelberg wiederherstelle
Immer wieder muss israelische Polizei Ordnung für friedlich Betende auf dem Tempelberg wiederherstellen (© Imago Images / ZUMA Wire)

Um die Unruhen auf dem Tempelberg zu schüren, setzte die Hamas gezielt Falschmeldungen auf soziale Medienplattformen und rief zur Gewalt auf. Immer wieder kommt es wegen in sozialen Netzwerken bewusst verbreiteten Unwahrheiten zu Attacken von Palästinensern auf Juden.

Bassam Tawil

Als diverse Fraktionen der Palästinenser letzten Freitag behaupteten, Juden würden die heiligen Stätten des Islams, insbesondere die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem, »entweihen«, haben sie wieder einmal die Welt belogen.Tatsächlich waren es die Palästinenser selbst, die diese heiligen Stätten schändeten.

Schon im Jahr 2002 stürmten palästinensische Terroristen die Geburtskirche in Bethlehem. Die Reaktion der Christen weltweit war verhalten. Die Terroristen hielten sich 39 Tage lang in der Kirche auf und hinterließen schmutzige Decken und Matratzen, Zigarettenstummel und »den Gestank von Fäkalien«. Ein Priester beklagte die Entweihung der Kirche durch Nikotin- und Alkoholkonsum.

Am Freitagmorgen des 15. April verbarrikadierten sich Hunderte von palästinensischen »Gläubigen« in der Al-Aqsa-Moschee und griffen in Folge israelische Polizisten an. Die mit Steinen, Eisenstangen und Feuerwerkskörpern bewaffneten Randalierer hatten die Moschee in den frühen Morgenstunden in Beschlag genommen und wurden dabei beobachtet, wie sie Steine in die Moschee schleppten und das Haupttor mit Holz- und Metallbarrieren blockierten.

Die sogenannten »Gläubigen« machten sich zur Moschee auf, nachdem ihre Anführer das Gerücht verbreitet hatten, »die Juden« planten, die Moschee zu »stürmen« und ihre Höfe zu »schänden«. Sobald die Randalierer das Moscheegelände auf dem Tempelberg betreten hatten und noch bevor sie mit der Polizei zusammenstießen, hissten sie Fahnen und Banner der Terrororganisation Hamas.

Wer schändet?

Offenbar betrachten die Palästinenser das Mitbringen von Steinen, Eisenstangen und anderen leichten Waffen in eine Moschee nicht als Schändung und das Hissen von Flaggen und Bannern einer terroristischen Organisation auf einer heiligen Stätte nicht als Entweihung ebenso wenig wie das Tragen von Schuhen oder das Fußballspielen in der Moschee.

Auch der Beschuss mit Steinen und Glasflaschen auf Menschen an der nahe gelegenen Klagemauer oder das Werfen von Steinen und Abfeuern von Feuerwerkskörpern auf Polizeibeamte auf dem Moscheegelände fallen offensichtlich nicht darunter.

Die Ausschreitungen, die von den Palästinensern am 15. April auf dem Tempelberg losgetreten wurden, geschahen ohne Anlass. Die Gewalt brach aus, nachdem palästinensische Führer und Gruppen behauptet hatten, dass »jüdische Extremisten« zur Feier des Pessachfestes ein Tieropferritual auf dem Tempelberg durchführen würden.

Israel wies diese Behauptungen zurück und versicherte den Palästinensern, dass Juden keine »Provokationen« auf dem Tempelberg durchführen würden. Zwar hatten radikale Aktivisten tatsächlich vor, solche Opfer auf dem Tempelberg durchzuführen, allerdings wurden sie von der israelischen Polizei am Betreten des Geländes gehindert und teilweise sogar festgenommen.

Der ranghohe Hamas-Funktionär Saleh al-Arouri musste Stunden vor Ausbruch der Gewalt zugeben, dass seine Gruppierung diese Zusicherungen erhalten habe. Laut al-Arouri wurde die israelische Botschaft durch ungenannte »Vermittler« an die Hamas weitergegeben. Doch alle Versuche Israels, die Falschmeldungen der Palästinenser zu widerlegen, halfen nicht, die Kämpfe hielten an.

Dieser gezielte Einsatz von Falschmeldungen über angebliche Schändungen islamischer heiliger Stätten durch Juden geht auf den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, zurück. Im Jahr 2015 sagte Abbas:

»Die Al-Aqsa-Moschee und die Grabeskirche sind unser. Sie gehören alle uns, und sie [die Juden] haben kein Recht, sie mit ihren dreckigen Füßen zu entweihen. Wir begrüßen jeden Tropfen Blut, der um Jerusalems Willen vergossen wurde. Dieses Blut ist reines, sauberes Blut, vergossen um Allahs Willen. Jeder Märtyrer wird ins Paradies kommen, und alle Verwundeten werden von Allah belohnt werden.«

Gewalt als Folge

Kurz nach Abbas’ damaliger Rede starteten die Palästinenser eine Welle von Terroranschlägen mit Messerstechereien, Schießereien und Rammattacken mit Autos. Diejenigen, die Abbas’ Aufruf folgten und die Angriffe ausführten, waren überzeugt davon, ihre Moschee gegen die »dreckigen Füße« der Juden verteidigen zu müssen. Doch indem sie Dutzende von Juden ermordeten, entweihten letztlich sie selbst die Heiligkeit der Al-Aqsa-Moschee. Sie alle beriefen sich auf den Namen der Moschee, um eine Mordserie an unschuldigen Juden zu rechtfertigen.

Die wenigen Juden, die in den letzten Jahren friedlich das Außengelände des Tempelbergs besichtigt haben, haben nie einen Fuß in die Al-Aqsa-Moschee oder den nahe gelegenen Felsendom gesetzt. Die jüdischen Besucher gehen nicht dorthin, um Muslime anzugreifen oder zu demütigen. Sie besichtigen das Areal im Rahmen von organisierten Touren, die mit den israelischen Behörden abgestimmt sind.

Wird auf dem Tempelberg jemand angegriffen, belästigt oder erniedrigt, handelt es sich immer um Juden. Videos von Palästinensern, die jüdische Besucher beschimpfen und anschreien, kursieren seit Jahren auf sozialen Medienplattformen.

Bemerkenswerterweise kamen die erneuten palästinensischen Behauptungen, Juden würden die heiligen Stätten des Islams entweihen, zum selben Zeitpunkt, als Palästinenser das Josefsgrab in der palästinensischen Stadt Nablus verwüsteten.

Die Stätte, in der nach jüdischer Überlieferung die biblische Figur Josef begraben sein soll, wurde in der vergangenen Woche zweimal von palästinensischen Randalierern angegriffen und verwüstet, wobei es nicht das erste Mal war, dass Palästinenser das Josefsgrab beschädigten. Obwohl in einigen Berichten behauptet wurde, die Palästinensische Autonomiebehörde habe zugesagt, sich an der Renovierung zu beteiligen, war es letztlich die israelische Armee, die Truppen zur Beseitigung der Schäden entsenden musste, die dann auch prompt angegriffen wurden.

Das Josefsgrab wurde aus einem einzigen Grund geschändet: Um Juden daran zu hindern, hierher zu kommen und zu beten. Zwei jüdische Männer, die versuchten, zum Grab zu gelangen, nachdem sie vom Vandalismus erfahren hatten, wurden von Palästinensern angeschossen und verwundet.

Kaum internationale Reaktionen

Bislang werden Attacken dieser Art von der internationalen Gemeinschaft ignoriert. Journalisten berichteten, wie israelische Polizisten am Freitagmorgen eine »Razzia« auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee durchführten, ohne jedoch darauf hinzuweisen, dass palästinensische Randalierer in der Moschee bereits Stunden vor dem Eindringen der Polizei Steine und Eisenstangen gestapelt hatten.

Mit dem gezielten Verbreiten solcher Behauptungen wie der von der angeblich geplanten Schändung der Al-Aqsa-Moschee soll erreicht werden, Palästinenser zu Terroranschlägen und generell alle Muslime gegen Israel aufzuhetzen. Damit befeuert die Hamas zugleich weltweit Antisemitismus und den Hass auf Israel, insbesondere auf US-Universitätsgeländen.

All dies geschieht, während die US-Regierung über die palästinensischen Verleumdungen und die Aufwiegelung gegen Israel und die Juden leichtfertig hinwegsieht. Bei einem kürzlichen Besuch des US-Außenministers Antony Blinken in Ramallah, der De-facto-Hauptstadt der Palästinenser, erklärte er:

»Wir werden uns dafür einsetzen, dass beide Seiten keine Maßnahmen ergreifen, welche die Spannungen erhöhen könnten. Dazu gehören die Ausweitung von Siedlungen, Gewalt durch Siedler, Abriss von Häusern, Zwangsräumungen, Zahlungen an Personen, die wegen Terrorismus verurteilt wurden, und Aufforderungen zur Gewalt.«

Blinkens Äußerungen zeigen, dass er den Bau neuer Häuser für Juden für gefährlicher hält als die Ermordung von Israelis in den Straßen israelischer Städte. Bezeichnenderweise hat Blinken nicht damit gedroht, die US-Finanzhilfe für die Palästinenser wegen der Zahlungen an die Familien von Terroristen und der anhaltenden Aufstachelung zu Anschlägen auf Israelis auszusetzen.

Man beachte: Solange Blinken den Bau von Wohnungen für Juden für eine größere Bedrohung hält als das Erschießen und Abstechen israelischer Männer und Frauen in Einkaufszentren und Bars, werden die Palästinenser ihre Blutgeldzahlungen und ihre mörderische Aufwiegelung nicht einstellen.

Solange die US-Regierung nicht unmissverständlich klarstellt, dass die Palästinenser für die fortgesetzte Belohnung von Terroristen und ihren Familien teuer bezahlen werden, werden die Palästinenser weder die Schändung heiliger Stätten noch ihre Terroranschläge einstellen.

Bassam Tawil ist muslimischer Araber mit Wohnsitz im Nahen Osten. (Der Text ist eine überarbeitet und leicht erweiterte Version eines beim Gatestone Institute erschienen englischen Textes. Übersetzung und Berabeitung: Martina Paul)

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