Hält Russland den Iran von Israels Grenze fern?

Abu Ajeeb, Anführer einer vom Iran kontrollierten Miliz, im Gespräch mit einem russischen General

„Die Rolle Russlands in Syrien ist zurzeit besonders wichtig, weil der Kreml gegenwärtig eine Offensive des Assad-Regimes gegen Aufständische in der an Israel und Jordanien angrenzenden Provinz Daraa anführt. Nach dem Tod von rund 250 Zivilisten und der Vertreibung von mehr als 350.000 Menschen haben die regimetreuen Streitkräfte die Aufständischen gezwungen, die Kontrolle über die syrisch-jordanische Grenze im Osten der Provinz preiszugeben. Bei den nächsten Gesprächsrunden Putins dürfte es darum gehen, Unterstützung für einen ähnlichen Angriff im Westen der Provinz zu sichern, der an Israel grenzt und nun voller Menschen ist, die vor den vorrückenden Regimestreitkräften geflohen sind. Weitverbreiteten Berichten zufolge haben Trump und Netanyahu beide der russischen Offensive in Ostdaraa unter der Voraussetzung zugestimmt, dass Russland die Beteiligung iranischer Stellvertreterorganisationen unterbindet, von denen viele die Absicht erklärt haben, Israel anzugreifen. Sollte diese doch beteiligt sein, müssten Trump und Netanyahu ihren Standpunkt überdenken.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte am 30. Mai, dass alle ‚nichtsyrischen‘ Streitkräfte den Südwesten Syriens verlassen müssten. Kurz darauf war der Rückzug iranischer Stellvertreterorganisationen zu beobachten. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah lediglich Uniformen der Regierungsstreitkräfte angezogen hatten, um möglichen Luftschlägen zu entgehen. Drei Wochen später gab es weitere Berichte über einen Rückzug des Iran und seiner Stellvertreter aus der von Israel geforderten Pufferzone. Daraufhin begannen die russischen Luftschläge in Daraa und die Offensive des Assad-Regimes im Ernst. Allerdings handelte es sich auch bei diesem iranischen Rückzug wieder um eine Finte. (…) Die Foundation for Defense of Democracies bestätigte die Teilnahme der vom Iran kontrollierten Miliz „Liwa Zulfikar“ an dem Angriff auf Darra am 27 juni – nur vier Tage nach dem Beginn der russichen Luftschläge. (…)

Die russischen Bodenstreitkräfte in Südwestsyrien wissen, dass iranische Stellvertreterorganisationen innerhalb der von Israel angestrebten 40 Kilometer breiten Pufferzone tätig sind. Präsident Putin behauptet zwar, dass die russischen Söldner in Syrien ohne sein Wissen oder seine Erlaubnis tätig seien, doch gibt es immer weitere Belege dafür, dass diese Behauptung wenig glaubwürdig ist. (…) Russland weiß, dass es Luftschläge ausführt im Auftrag brutaler Milizen, die hinter massenhaften Gräueltaten und extensiven konfessionellen Säuberungen stecken, die für einen Gutteil der syrischen Flüchtlingskrise verantwortlich sind. Russland weiß, dass diese Milizen, die Israel eindeutig feindlich gegenüberstehen, sich nun der israelischen Grenze nähern. Bei ihren Syriengesprächen in den kommenden Tagen sollten Trump und Netanyahu im Zusammenhang mit diesem russischen Verhalten und den gebrochenen Versprechen, die iranischen Stellvertreterorganisationen zu entfernen, Druck auf Putin ausüben.“ (Shlomo Bolts: „Is Russia Supporting an Iranian Presence on Israel’s Border?“)

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