Auch im an sich stark pro-israelischen Guatemala nutzen pro-palästinensische Aktivisten den Gaza-Krieg, um ihrem Antisemitismus freien Lauf zu lassen.
Etgar Lefkovits
Das Holocaust-Museum (Museo del Holocausto) in Guatemala-Stadt wurde diese Woche von pro-palästinensischen Aktivisten geschändet. Dies ist ein seltener Fall von Antisemitismus in dem mittelamerikanischen Land, wie der Direktor des Museums mitteilte. Die Vandalen sprühten in der Nacht zum Sonntag »Gaza Viva« an die Wände des Museums und klebten etwa achtzehn Plakate mit Bezug zum Gazastreifen auf die Mauern des Gebäudes.
»Angesichts all der Probleme, die es im fernen Guatemala mit kriminellen Banden gibt, ist es beunruhigend, wie eine kleine Gruppe von Menschen den Krieg im Gazastreifen als Vorwand benutzt, um gegen Juden vorzugehen«, sagte Museumsdirektor Marco Gonzalez am Donnerstag gegenüber Jewish News Syndicate (JNS).
Die Sachbeschädigung ereignete sich während der Nacht, nachdem etwa zwei Dutzend pro-palästinensische Personen eine kleine Demonstration in Guatemala-Stadt abgehalten hatten, berichtete Marco Gonzalez. Sicherheitskameras hätten kurz vor Mitternacht Bilder von drei Vandalen aufgenommen; Festnahmen wurden keine vorgenommen.
Das Museum, das im Jahr 2016 eröffnet wurde und von einer christlichen Organisation mit Sitz in Paris betrieben wird, ist das einzige Holocaust-Museum in Mittelamerika. Im vergangenen Jahr besuchten fast 20.000 Menschen das Museum.
»Wir stehen fest gegen den internationalen Antisemitismus, der unser Museum angegriffen hat. Gemeinsam mit dem jüdischen Volk und seinen Freunden sagen wir ›Nein‹ zu Antisemitismus, der sich als Verteidigung der Palästinenser tarnt«, so Pater Patrick Desbois, Gründer der Holocaust-Forschungsorganisation Yahad-In Unum, die das Museo del Holocausto betreibt. »Wir werden nicht aufhören, den Holocaust neuen Generationen zu vermitteln, damit Guatemala morgen frei von Hass und Antisemitismus ist.«
Pro-israelische Tradition
Im stark pro-israelischen Guatemala, dessen achtzehn Millionen Einwohner sich in Katholiken und Evangelikale aufteilen, ist die Aufklärung über den Holocaust im nationalen Schullehrplan aufgenommen.
Die Freundschaft Guatemalas zu Israel reicht bis zur Abstimmung der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die Gründung eines jüdischen Staates im Jahr 1947 zurück, als Guatemala als erstes Land Lateinamerikas das neu gegründete Israel anerkannte. Es war auch das zweite Land, das seine Botschaft nach Jerusalem verlegte, nachdem die Vereinigten Staaten dies 2018 während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump getan hatten.
(Der Bericht ist auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Übersetzung von Florian Markl.)





