Grazer Gericht: Verbrennen einer Israel-Flagge ist Verhetzung

„Die Fortsetzung des Nahostkonflikts in der Steiermark war gestern Gegenstand eines Prozesses am Grazer Straflandesgericht. (…) Vor vier Jahren zog – wie in ganz Europa – auch durch Graz eine ‚Pro Gaza‘-Demonstration, um gegen israelische Angriffe auf Palästinenser zu demonstrieren. Da passierte es: ‚Mehrere Personen standen auf dem Hauptplatz, hüpften mit einer israelischen Fahne herum, lachten und schnitten Grimassen‘, sagt einer Organisatoren. Derart provoziert entrissen der Angeklagte, ein Ägypter (26), gemeinsam mit anderen den Provokateuren gewaltsam die Flagge. Einer unbeteiligten Frau wurde ins Gesicht geschlagen, die Fahne zerrissen und in Brand gesteckt. (…) 

Die Zeugen interpretieren das Hochstrecken von vier Fingern, das viele Demonstranten zeigen, als Zeichen für ‚Solidarität mit den Opfern‘. Für den Staatsanwalt und viele Nahostexperten ist es hauptsächlich das Zeichen der Muslimbrüder. ‚Und deren militärische Arm in Gaza ist die Hamas‘, sagt der Ankläger. ‚In der EU gilt sie als Terrororganisation.‘ (…) Der Richter spricht den Angeklagten schuldig und verhängt fünf Monate bedingt. Der Tatablauf sei ganz klar und die Flagge im Kontext als Symbol der Juden zu sehen – womit die Verhetzung erfüllt sei.“ (Kleine Zeitung, 14. Juni 2018: „Blödheit und viel politischer Zündstoff“)

Ein Gedanke zu „Grazer Gericht: Verbrennen einer Israel-Flagge ist Verhetzung

  1. ecaep

    Die Regierungen geben sich – oberflächlich – alle Mühe dem antisemitischen UNGEIST zu begegnen. Flaggen zu verbrennen schickt sich nicht! PRIMA! Das uns Polizeistatistiken weis machen wollen unser manifestes ‚Unsicherheitsgefühl‘ würde mit den wirklichen antisemitischen Ereignissen nicht korrelieren – NIE sei Deutschland sicherer gewesen als heute, so beteuern sie! – ist reine Augenwischerei! ALLES BLOSS EINBILDUNG!, so die Sedierungssequenz.

    Schön! Wenn’s mal so wäre. Noch schöner, wenn’s nicht bloß staatliches Symbolhandeln wäre, was zu SPÜREN ist! Medial verwertbar aber ansonsten wirkungslos! Woran liegt es nur, dass die WIRKLICH BETROFFENEN sich bedrohter fühlen denn je? Alles Einbildung? –

    BLÖDSINN! – Wer als nichtjüdischer Mensch die tägliche Hetze und Auslöschungsandrohungen, die auf die Betroffenen niederprasseln, auf sich NICHT zu beziehen braucht – „bin ja kein JUD‘, dem Herrgott sei’s gedankt“ -, sollte die KLAPPE halten! Er kann nicht mitreden. In einem Land zu leben, in dem es ratsam erscheint jüdisch/religiös ANONYM zu leben (im Alltag ohne Kippa und beim Besuch der Synagoge besser inkognito), lebt nicht mehr in FREIHEIT. Dass das unserer VERFASSUNG NICHT entspricht, daran haben wir uns schon gewöhnt (- oder eher doch nicht!) Dass es dem überwiegenden Teil der Deutschen – pardon – scheißegal ist, ist beängstigend WIDERLICH! Die stupende KÄLTE spiegelt sich in der GLEICHGÜLTIKEIT mit der dem Problem, trotz allem historischen Betroffenheits-Tamtam (!), politisch begegnet wird: wirkungsloser Symbolismus.

    Abstrakte, nicht zur EMPATHIE fähige Ethik ist keine. Ihr Heuchler: dann laßt es soch besser ganz! –

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