Goldhandel mit der Türkei stützt Regime in Venezuela

„Nach Oppositionsangaben hat die venezolanische Regierung im vergangenen Jahr fast 24 Tonnen Gold in die Türkei verschifft – zum Ärger der USA, die der Regierung von Präsident Nicolas Maduro den Geldhahn zudrehen wollen. Washington fordert, dass die Türken den Handel beenden, doch Ankara will davon nichts wissen. (…) Maduro will mit dem Verkauf des Goldes den Ausfall anderer Einnahmequellen ausgleichen. Neben Gold aus den Tresoren der Zentralbank geht auch Roh-Gold zur Veredelung ins Ausland. Im vergangenen Jahr wurde nach offiziellen Statistiken Roh-Gold im Wert von mindestens 900 Millionen Dollar zur Veredelung in die Türkei geliefert – doch über eine Rückkehr fertiger Goldbarren nach Venezuela gibt es keine Aufzeichnungen.

Die britische Zeitung The Times meldete, die US-Behörden befürchteten einen Weiterverkauf des venezolanischen Goldes. Damit wolle sich Maduro Bargeld beschaffen, um seine Regierung trotz der amerikanischen Sanktionen an der Macht zu halten. Medienberichten zufolge lautet eine andere Vermutung der US-Regierung, das Gold aus Venezuela könne aus der Türkei an den Iran gelangen, um so die Sanktionen gegen das Mullah-Regime zu umgehen. Washington habe die Türkei deshalb gewarnt, berichtete die BBC. (…)

Doch die Regierung in Ankara sieht nicht ein, warum sie sich außenpolitischen Prioritäten der USA unterwerfen soll. Die Türkei fühlt sich an die amerikanischen Sanktionen gegen Maduro oder gegen den Iran nicht gebunden und will nur UN-Maßnahmen mittragen. (…) Präsident Recep Tayyip Erdogan steht fest an Maduros Seite und wirft den USA ‚Imperialismus‘ vor. Wie Amerika denn dazu komme, einen gewählten Präsidenten entmachten zu wollen, fragte Erdogan jetzt in einer Rede. ‚Wo bleibt denn da die Demokratie?‘ Einigen Beobachtern zufolge befürchtet Erdogan, demnächst selbst zum Ziel amerikanischer Destabilisierungsversuche zu werden.“ (Bericht im Tagesspiegel: „Maduros Goldhandel mit der Türkei verärgert USA“)

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