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Symbolträchtige Getreidesilos im Hafen von Beirut eingestürzt

In Beirut blickt ein Mann auf die teilweise eingestürzten Getreidesilos im Hafen. (© imago images/Xinhua)
In Beirut blickt ein Mann auf die teilweise eingestürzten Getreidesilos im Hafen. (© imago images/Xinhua)

Die Silos waren ein stilles Mahnmal für die verheerende Explosion, die vor zwei Jahren große Teile des Hafens von Beirut zerstörte.

Zwei Jahre standen die steinernen Ruinen der großen Getreidesilos wie ein Mahnmal am Ground Zero im Hafen von Beirut, direkt an dem Ort, an dem vor zwei Jahren über zweieinhalb Tonnen Ammoniumnitrat explodiert waren und den Großteil des Hafens zerstört sowie weite Teile der umliegenden Stadtviertel schwer beschädigt hatten. Vor zwei Wochen war in den Silos ein Brand ausgebrochen, am Sonntag sind sie teilweise eingestürzt.

Behinderte Untersuchung

Der Sprengstoff, der zur verheerenden Explosion am 4. August 2020 geführt hatte, war bereits 2013 an Bord eines Schiffes nach Beirut gekommen. Fünf Jahre später sank die »Rhosus« im Hafen der libanesischen Hauptstadt, nachdem die 2.750 Tonnen in Säcken verpacktes Ammoniumnitrat in einer Lagerhalle untergebracht worden waren. Obwohl die Behörden über die Explosionsgefahr Bescheid gewusst hatten, hatten sie nichts dagegen unternommen.

Seit der Katastrophe im August 2020 wurde die Hisbollah verdächtigt, mit der fortdauernden Lagerung des Stoffes im Hafen von Beirut zu tun zu haben. Ammoniumnitrat findet zwar meist bei der Herstellung von Düngemitteln Verwendung, kann aber auch zur Produktion von Sprengstoff gebraucht werden. Immer wieder hat die Hisbollah von der Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden große Mengen an Ammoniumnitrat geliefert bekommen, um daraus Sprengstoff herzustellen.

Fest steht, dass die schiitische Terrororganisation, die im Lauf der Jahre zur dominierenden Kraft im Libanon geworden ist und das Land praktisch zur Umsetzung ihrer vom iranischen Regime vorgegebenen Ziele in Geiselhaft genommen hat, die Untersuchung der Umstände der Explosion im Hafen von Anfang an behindert hat, u. a. mit der Androhung von Gewalt gegen den die Untersuchung leitenden Richter.

Auch der Einsturz ist symbolhaft

Der Libanon ist massiv von den ausbleibenden Getreidelieferungen aus der Ukraine betroffen. In den Überresten der Silos befanden sich noch mehrere Tausend Tonnen Getreide und Mais, die aber wegen der Einsturzgefahr der Gebäude nicht abtransportiert werden konnten. Nach dem Ausbruch eines Brandes vor zwei Wochen warnte Interimspremier Nadschib Mikati vor dem drohenden Kollaps der Gebäude, aber die Behörden konnten nicht mehr tun, als alle im direkten Umfeld der Silos tätigen Arbeiter und Feuerwehrleute aufzufordern, Abstand von den fast fünfzig Meter hohen Gebäuden zu halten und im Falle eines Einsturzes Atemschutzmasken zu tragen.

Wirkten schon die Ruinen der Silos wie ein Mahnmal für die Explosionskatastrophe, so steht auch deren teilweiser Einsturz geradezu symbolhaft für die Lage im Libanon: Die staatlichen Stellen warnten vor dem absehbaren Kollaps, konnten oder wollten aber offenbar nichts dagegen unternehmen. Was noch stehenblieb, sind ebenfalls einsturzgefährdete Ruinen.

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