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Kurden – Gestern noch Verbündete, heute zum Abschuss freigegeben

 

Kurden - Gestern noch Verbündete, heute zum Abschuss freigegeben
US-Truppen und Einheiten der kurdischen YPG (Quelle: Qasioun News Agency, CC BY 3.0)

„Nie zuvor in der Geschichte haben die USA mit einer Gruppe zusammengearbeitet und dann den Himmel freigegeben, sodass ein anderer US-Verbündeter sie bombardieren und zerstören konnte. Am 9. Oktober wurden die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) von der Türkei beschossen und bombardiert, während sich die US-Truppen zurückzogen und zusahen. Die Gruppe aus überwiegend kurdischen Kämpfern hatte fünf Jahre lang gegen den Islamischen Staat gekämpft und im Nordosten Syriens ein friedliches und stabiles Gebiet geschaffen.

In einem beispiellosen Vorgang bewaffneten, trainierten und ermutigten die Amerikaner die SDF, weite Teile Syriens vom IS zu befreien, nur um am 6. Oktober unter US-Präsident Donald Trump eine Kehrtwende zu vollführen und der Türkei den Himmel und die Landesgrenzen zu überlassen, um die US-Partnertruppen anzugreifen. Wie Diebe in der Nacht zogen sich die US-Streitkräfte ohne Erklärung, Abmachungen, Diskussionen und ohne Beobachter zu hinterlassen zurück – und machten damit Ankara klar, dass sie nichts tun werden, um einen Angriff zu verhindern. (…)

Die Türkei unterrichtete die UN-Generalversammlung im September über ihre Pläne. Obwohl die militärische Invasion eines fremden Landes, die Ansiedlung von Menschen und die Beschlagnahme der Länder der autochthonen Bevölkerung völkerrechtlich in der Regel illegal sind, wurden für den Einsatz der Türkei neue globale Regeln geschaffen.

Der beispiellose Charakter des Angriffs der Türkei am Mittwoch, in Zuge dessen ungestraft friedliche Städte entlang der Grenze bombardiert wurden, stellt nicht nur einen Rückschlag für 30 Jahre US-Politik im Nahen Osten und in der ganzen Welt dar, sondern auch eine Veränderung der Vorstellung dessen, was Völkerrecht ist (…).

Washington hat das nicht vollständig durchdacht, aber die Szenen vom 9. Oktober, in denen Städte in Brand standen, in denen es jahrelang ruhig und friedlich war und die nach dem IS-Terror von 2014 wiederaufgebaut worden waren, sind das Ergebnis des Versagens der US-Politik.“ (Seth J. Frantzman in der Jerusalem Post: „They fought alongside the U.S. for five years to be bombed by U.S. NATO ally“)

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