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Geschichtsfälschung auf Jordanisch

Ein Jude betet in der Nähe der Westmauer in Jerusalem
Ein Jude betet in der Nähe der Westmauer in Jerusalem (© Imago Images / Xinhua)

Ein jordanischer Think-Tank behauptet, die Bibel beweise, dass Jerusalem immer eine arabische Stadt gewesen sei.

Laut der saudi-arabischen Tageszeitung Arab News behauptete ein Positionspapier des Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought, einer in Amman ansässigen Denkfabrik, dass die Araber die ersten Bewohner Jerusalems gewesen seien und seit mindestens 5.000 Jahren dort lebten. Das Institut stellt in seinem Papier fest, dass es „versucht, die Fehleinschätzung zu korrigieren, dass Araber Neuankömmlinge in Jerusalem seien“, indem es unveröffentlichte Dokumente, archäologische Entdeckungen und die biblische Aufzeichnung nutzt, um seine Thesen zu belegen.

Dem Bericht zufolge handelt es sich bei dem Institut um eine islamische NGO unter der Leitung des jordanischen Prinzen Ghazi bin Muhammad, der seit 2000 als Sonderberater des jordanischen Königs Abdullah fungiert.

Unter den zahlreichen Referenzen zitiert das Papier die Amarna-Korrespondenz, eine Reihe diplomatischer Briefe zwischen kanaanitischen Königen und ihren ägyptischen Oberherren aus dem 14. Jahrhundert v. Chr., in denen Jerusalem erwähnt wird. „Die Araber gründeten und errichteten es [Jerusalem] als erste – und waren seitdem immer dort ansässig“, heißt es in dem Papier, das auch feststellt, dass der Islam in Jerusalem in 1.210 der letzten 1.388 Jahre vorherrschend war.

Darüber hinaus argumentiert das 108 Seiten starke Papier, dass das Alte Testament selbst „zeigt, dass die Araber, Hamiten, Kanaaniter und Jebusiter die ursprünglichen Bewohner des Landes Palästina einschließlich des Gebietes von Jerusalem waren“, was angeblich beweist, dass „Jerusalem immer eine arabische Stadt war“. „Die heutigen palästinensischen Araber sind weitgehend die direkten Nachkommen der einheimischen kanaanitischen Araber, die vor über 5.000 Jahren dort lebten. Die heutigen arabisch-muslimischen und christlich-palästinensischen Familien sind die ältesten Bewohner des Landes“, behauptet das Papier.

Die Abgeordneten palästinensische Legislativrat und ehemalige Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboun, sagte gegenüber Arab News, das Positionspapier des jordanischen Instituts „zeigt die diversen historischen Realitäten abseits der exklusiven Erzählung, die Israel benutzt, um die kulturellen, menschlichen, historischen und religiösen Rechte der arabischen Palästinenser zu verleugnen, egal ob wir Christen oder Muslime sind.“ Das Forschungspapier, fuhr sie fort,

„konfrontiert die Leser mit ihren eigenen Missverständnissen und ihrer eigenen Unwissenheit und entlarvt so die exklusive israelische politische oder biblische Erzählung, die dazu dient, das Recht und die Existenz der palästinensischen Rechte sowohl in Jerusalem wie in Palästina insgesamt zu negieren.“

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser versuchen, die Geschichte neu zu schreiben. In einer Weihnachtsbotschaft 2013 behauptete der Führer der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, Jesus sei ein „palästinensischer Bote der Hoffnung“. Diese Erklärung wurde als palästinensischer Versuch bezeichnet, eine Verbindung zwischen den palästinensischen und christlichen Narrativen in der Weltöffentlichkeit herzustellen –  und stieß auf scharfe Kritik, da nur wenige Gelehrte bestreiten, dass Jesus als Jude geboren und erzogen wurde.

Arabs, not Jews, founded and built Jerusalem
(Übersetzung für Mena-Watch von Alexander Gruber.)

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