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Offener Brief: Gegen den islamischen Gebetsruf in Köln

Die Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in Köln. (© imago images/Manngold)
Die Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in Köln. (© imago images/Manngold)

Eine Gruppe von Migrantinnen protestiert gegen die Entscheidung der Stadt Köln, den Muezzin öffentlich und laut zum islamischen Gebet rufen zu lassen.

Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung

Sehr geehrte Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker,

mit Ihrer Entscheidung, Kölner Moscheegemeinden den Gebetsruf zu gestatten, setzen Sie ein Zeichen der Akzeptanz ausschließlich gegenüber einer bestimmten Gruppe von Muslim_innen, genauer gesagt gegenüber islamistischen Vereinen. Denn der Hintergrund nicht weniger organisierter islamischer Gemeinden ist mehr als fragwürdig, sie vertreten oft ein reaktionäres Islamverständnis, das frauenfeindlich, homophob und antisemitisch ist.

Mit diesem Projekt öffnen Sie Fundamentalisten Tür und Tor. Sie eröffnen voraufklärerischen Kräften die Möglichkeit, lautstark über die Dächer einer der größten Städte unseres Landes zu rufen, dass ihr Gott, ihre Religion, ihre Normen und ihr Gesellschaftsbild über unserer freiheitlichen demokratischen Ordnung sowie über dem säkularen Bestreben vieler Bürger_innen stehe.

Sie stärken damit die Macht derjenigen, die ihre Religionsauffassung anderen aufnötigen wollen. Diese Entscheidung ist kein Zeichen der Toleranz, sondern zwingt nur diejenigen in die Knie, die frei von Religion leben wollen, aber nicht können.

Ein fünfminütiger Gebetsruf mag für Menschen, die in einer säkularen Demokratie aufgewachsen sind und deren Menschenrechte größtenteils gesichert sind, nicht allzu lang erscheinen. Hätte man allerdings bei der Entscheidungsfindung im Namen der Toleranz mit Migrant_innen und Geflüchteten Rücksprache gehalten, die aus Gebieten geflohen sind, die die barbarische Herrschaft gewalttätiger Islamisten, wie die der Taliban, des Boko Haram, des IS usw. erfahren mussten, dann wäre man sensibler mit dieser Thematik umgegangen.

Das Hören des von bis zu 300 Sekunden langen Muezzinrufes, das sich auditiv nicht ausblenden lässt, ob mit oder ohne Lautsprecher, kann sich für eben diese Menschen wie eine grausame Ewigkeit anfühlen. Denn nicht wenige muslimisch geprägte Geflüchtete assoziieren den Gebetsruf mit Belästigung, mit Psychoterror, mit Vergewaltigungen im Namen Gottes und vielen weiteren grauenvollen Menschenrechtsverletzungen, die sie nicht selten am eigenen Leib erfahren mussten.

(Aus dem „Offenen Brief an die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker“, der von den Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung veröffentlicht wurde.)

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