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Gaza-Friedenstruppe: Pakistans Militärchef reist nach Washington

Poster von Pakistans Militärchef Asim Munir in Islamabad
Poster von Pakistans Militärchef Asim Munir in Islamabad (Quelle: JNS)

Das Treffen mit US-Präsident Donald Trump ist das dritte innerhalb von sechs Monaten für den pakistanischen Feldmarschall Asim Munir.

Feldmarschall Asim Munir, Pakistans Chef der Streitkräfte und Stabschef der Armee, wird voraussichtlich in den kommenden Wochen nach Washington reisen, um mit US-Präsident Donald Trump über die Rolle seines Landes in der Gaza-Stabilisierungstruppe zu sprechen, wie zwei Quellen am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angaben. Das Treffen wird sein drittes innerhalb von sechs Monaten sein, nachdem Islamabad Berichten zufolge von Trump gebeten wurde, eine Truppe von etwa 20.000 Soldaten in den Gazastreifen zu entsenden.

»Eine Nichtteilnahme könnte Trump verärgern, was für einen pakistanischen Staat, der offenbar sehr daran interessiert ist, in dessen Gunst zu bleiben – vor allem, um sich US-Investitionen und Sicherheitshilfe zu sichern –, keine Kleinigkeit wäre«, zitierte Reuters Michael Kugelman, Senior Fellow beim Atlantic Council in Washington.

Im Juni wurde Munir zu einem Mittagessen im Weißen Haus eingeladen. Es war das erste Mal, dass ein amerikanischer Präsident den pakistanischen Armeechef alleine und ohne zivile Beamte empfing.

Nahezu uneingeschränkte Macht

Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar sagte im November, Islamabad könnte einen Beitrag zur Friedenssicherung in Betracht ziehen, aber die Entwaffnung der Hamas sei »nicht unsere Aufgabe«, so die Agenturmeldung. Das pakistanische Parlament verabschiedete letzten Monat ein Gesetz, das Munir lebenslange Immunität vor strafrechtlicher Verfolgung gewährt und ihm seinen Titel als Feldmarschall auf Lebenszeit erhält. Darüber hinaus wurde er zum Chef der Streitkräfte ernannt, um auch die Luftwaffe und die Marine zu leiten, mit einer Verlängerung seines Mandats bis 2030, so der Reuters-Bericht. Nur wenige Menschen in Pakistan »genießen den Luxus, mehr Risiken eingehen zu können als Munir. Er verfügt über uneingeschränkte Macht, die nun auch verfassungsrechtlich geschützt ist«, kommentierte Kugelman.

Die islamistischen Parteien Pakistans und die weit verbreitete islamistische Ideologie im Land könnten jedoch eine Herausforderung für eine im Gazastreifen stationierte pakistanische Truppe darstellen, da eine solche als Maßnahme angesehen wird, die den Interessen Israels und der Vereinigten Staaten diene. »Die Leute werden sagen: ›Asim Munir tut, was Israel will‹.« Es wäre töricht, die Augen vor dieser unumgänglichen Reaktion zu verschließen, warnt Abdul Basit, Senior Associate Fellow an der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur.

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