Gaza: Hamas hielt israelisches Spezialteam erst für Gangster-Bande

Animation der Verfolgungsjagd (Quelle: Screenshot Hadashot TV)

„Aus Mitschnitten des Funkverkehrs zwischen den Sicherheitskräften der Hamas während des Einsatzes eines israelischen Spezialteams im Gazastreifen am 11. November geht hervor, dass die Terrorgruppe anfangs davon ausging, es handle sich bei den ‚verdächtigen bewaffneten Männern‘ um eine Gruppe palästinensischer Krimineller. Der Einsatz, bei dem es schließlich zu einem Schusswechsel auf offener Straße und einer rasanten Verfolgungsjagd kam, zog massive Vergeltungsschläge der Hamas nach sich. Sie feuerte am 12. und 13. November mehr als 400 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Städte und Dörfer ab. Schließlich hielten sich Israel und die Hamas schließlich an einen von Ägypten vermittelten Waffenstillstand. (…) Die Hadashot Fernsehnachrichten, die über die Mitschnitte des Funkverkehrs verfügen, machten über deren Herkunft keine Angaben und weigerten sich auch, die Tonaufnahme zu senden, ‚um deren Quelle nicht zu enthüllen‘. Die folgenden Angaben sind von den israelischen Behörden, die sich zu dem Einsatz und seinen Konsequenzen kaum geäußert haben, nicht bestätigt worden.

Dem Bericht von Hadashot zufolge war das Spezialteam zunächst Sicherheitsfunktionären der Hamas aufgefallen. Dabei könnte es sich um Polizisten gehandelt haben. Ihre Pfade hatten sich am Rande des im südlichen Gazastreifen gelegenen Khan Younis gekreuzt. (…) Aus dem Funkverkehr geht hervor, dass die Sicherheitskräfte der Hamas zu diesem Zeitpunkt davon ausgingen, es handele sich um eine Gruppe Krimineller oder womöglich um Angehörige einer Miliz, die der Hamas nicht untersteht. Dem Bericht zufolge hätten die Sicherheitskräfte der Hamas dann die Verfolgung des Fahrzeugs aufgenommen. Daraus entwickelte sich bald eine Verfolgungsjagd in den Straßen von Khan Younis. Während die Sicherheitskräfte das israelische Spezialteam mit einem Fahrzeug in östlicher Richtung verfolgten, errichteten Einheiten der Hamas weiter östlich eine Straßensperre.

Schließlich eröffnete jemand das Feuer. Aus dem Hadashot-Bericht geht nicht hervor, wer das war. In früheren Berichten aus dem Gazastreifen hieß es, die Hamas gehe davon aus, dass das israelische Spezialteam den Schusswechsel initiiert habe. (…) Erst jetzt, da das Spezialteam annahm, es sei enttarnt worden, und eine Rettungsoperation der Israelischen Streitkräfte eingeleitet worden war, sollen die Sicherheitskräfte der Hamas begriffen haben, dass sie es mit Israelis zu tun hatten. ‚Über uns sind plötzlich Kampfflieger im Einsatz. Seid alle vorsichtig‘, erklärt eine Stimme. Kurz darauf heißt es: ‚Beachtet Eure Anweisungen genau. Es handelt sich um Juden.‘ (…) Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wurde der den Einsatz leitende Oberstleutnant Mem von Schüssen der Hamas tödlich getroffen. Das israelische Spezialteam unterbrach seine Flucht daraufhin, verließ den Wagen und nahm die Verfolgung der Hamas-Sicherheitskräfte auf. Offenbar töteten sie die gesamte Einheit der Hamas. Anschließend habe ein israelischer Hubschrauber eine Rakete abgefeuert, um das Fahrzeug der Hamas-Einheit zu zerstören. (…)

Die auf dem Funkverkehr der Hamas beruhende Darstellung deutet darauf hin, dass die israelische Operation von einer aufmerksamen Patrouille der Hamas enttarnt wurde. Nach der Enttarnung konzentrierte sich der von hochrangigen israelischen Funktionären letzte Woche als ‚heldenhaft‘ beschriebene israelische Einsatz darauf, die Gefangennahme israelischer Soldaten zu verhindern und sowohl den toten als auch den verwundeten Offizier zu bergen. Die Hamas bewertet den Schusswechsel dagegen offenbar als Fehlschlag, da es ihr in erster Linie darum ging, die israelischen Soldaten, die sich so weit vorgewagt hatten, gefangen zu nehmen.“ (Bericht der Times of Israel: „Hamas radio chatter shows IDF commandos were initially thought to be criminals“)

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login