Friedensnobelpreisträgerin: Israel repräsentiert Hoffnung für Jesiden

„Der Friedensnobelpreis ist einer Jesidin verliehen worden, die Gefangene des Islamischen Staats war und den Kampf ihres Volks mit dem der Juden währen des Holocaust verglichen hat. Nadia Murad erhielt den Preis in Anerkennung ihrer Arbeit, mit der sie über den Einsatz sexueller Gewalt als Kriegswaffe aufklärt. Sie teilt sich den Preis mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege. Murad ist eine von schätzungsweise 3000 jesidischen Mädchen und Frauen, die durch die Kämpfer des Islamischen Staats vergewaltigt und misshandelt wurden. Nach drei Monaten gelang ihr die Flucht und sie hat beschlossen, weltweit über ihre Erfahrungen zu sprechen. Mit 23 wurde sie zur ersten Sonderbotschafterin der UNO für die Würde der Überlebenden des Menschenhandels ernannt. Nadja Murad reiste 2017 nach Israel, um dort im Beit Hatfutsot, dem Musem des Jüdischen Volks, über ihre traumatischen Erfahrungen zu sprechen.

An ihrem letzten Tag in Israel sprach sie in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Auditorium des Museums des Jüdischen Volks an der Universität von Tel Aviv. Wie i24 News berichtete, verwies Murad auf starke Parallelen zwischen dem Leiden der Jesiden und dem der Juden während des Holocaust. ‚Die Geschichte des jüdischen Volks ist einzigartig. Dennoch spiegelt es in vielerlei Hinsicht die Erfahrungen meiner eigenen Gemeinschaft wider. Wie die Juden, gibt es auch die Jesiden seit mehreren tausend Jahren. Trotz wiederholter Verfolgung haben unsere Völker beide überlebt‘, so Murad. (…) ‚Drei Jahre lang schrieb der Islamische Staat die Geschichte der Jesiden. Doch lassen wir es nicht zu, dass sie auch unsere Zukunft bestimmen. Meine Zeit in Israel hat mir gezeigt, dass eine Gemeinschaft aus Verfolgung und Völkermord gestärkt hervorgehen kann.‘ Mit Blick auf Yad Vashem, das israelische Holocaustmahnmal und -Museum, erklärte sie: ‚Die Botschaft lautet, dass es viele Möglichkeiten gibt, ein Held zu sein. Wie die Juden haben auch die Jesiden widerstanden, indem sie an ihrer Identität und ihren Traditionen festgehalten haben. Wir brauchen die Unterstützung des jüdischen Volks beim Wiederaufbau unserer Gemeinschaft. Danke, dass sie uns Hoffnung geben.‘ (…)

Yotam Polizer, einer der Geschäftsführer von IsraAID erkannte im Rahmen der Arbeit der Organisation mit jesidischen Flüchtlingen in dem inzwischen evakuierten Petra-Flüchtlingslager in Griechenland, dass Israel für die Jesiden eine wichtige Rolle spielen könnte. ‚Im Gegensatz zu den syrischen Flüchtlingen, die unser Logo mit dem Davidsstern sahen und möglicherweise verwirrt waren, lächelten die Jesiden uns sofort an. Sie sagten, es bestehe für sie eine natürliche Verbindung zu uns‘, so Polizer. In den Lagern sei klar geworden, dass es den Jesiden ‚nicht um unseren finanzielle, sondern um unsere geistige und moralische Unterstützung ging‘. Während ihres Israelaufenthalts besuchte Murad Yad Vashem und das Museum der Geschichte des Jüdischen Volks, traf sich mit israelischen Abgeordneten und gemeinsam mit Polizer mit dem Präsidenten der Universität von Tel Aviv, um zu klären, wie Jesiden in Israel studieren könnten. ‚Wie die Juden haben auch die Jesiden angesichts ihrer Verfolgung ihre Resilienz bewiesen. Das Festhalten an der eigenen Identität kann eine Form des Widerstands darstellen. Jedes Mal, wenn wir einer unserer Traditionen folgen und uns füreinander einsetzen, weigern wir uns, den Tätern zuzubilligen, dass sie stärker als wir seien‘, so Murad.“ (Bericht des cufi.org: „Nobel Peace Prize winner, Nadia Murad: ‚Israel a beacon of hope for Yazidis‘“)

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