Frauen in Irakisch-Kurdistan nehmen sich das Recht zu demonstrieren

„Bei den jüngsten Demonstrationen wegen nicht gezahlter Gehälter in der halbautonomen Kurdenregion im Nordirak bot Nahida Hama Sayid einen ungewohnten Anblick. (…) Zu derartigen Demonstrationen kommt es seit einiger Zeit. Angesichts einer Finanzkrise hat die Regierung der halbautonomen Kurdenregion im Nordirak vor einigen Monaten ein Gehaltssparsystem eingerichtet. Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage haben die Behörden die Lehrer, medizinisches Personal und andere Beschäftigte kaum noch bezahlen können. Vor Ort ist darauf mit regelmäßigen Demonstrationen reagiert worden. Doch haben sich die letzten Proteste von den vorherigen insofern unterschieden, als die Teilnahme örtlicher Frauen zugenommen und deren Forderungen sich verändert haben.

Rund zwei Drittel der Demonstranten seien zuletzt Frauen gewesen, so Bekhal Ali, eine Lehrerin und Mitorganisatorin der Demonstrationen in Sulaymaniyah. In der Vergangenheit beteiligten Frauen sich in erster Linie an Demonstrationen, bei denen es um Frauenrechte ging. Doch nun, heißt es vor Ort, sind ihre Forderungen politischer und wirtschaftlicher Art, ebenso wie die der Männer. Ein Video, das eine Frau aus Erbil, Shayan Kaka Saleh, von den dortigen Protesten am 25. März anfertigte, erregte in den sozialen Medien erhebliche Aufmerksamkeit. Darin rief sie zudem die Angehörigen der Sicherheitskräfte dazu auf, sich an der Demonstration zu beteiligen. In der anderen Großstadt der Region Sulaymaniyah haben Frauen wiederholt ihre Kinder und Ehemänner zu den Demonstrationen mitgebracht. (…) Viele der anwesenden Frauen waren Lehrerinnen, die auf ihre Bezahlung warten. Der örtlichen Bildungsbehörde zufolge sind von den 39.750 Lehrern in Sulaymaniyah rund 24.275 weiblich.“ (Kosar Othman: „Kurdish Women Break Social Barriers, Attend Demonstrations“)

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