Frankreich macht Iran für geplanten Bombenanschlag verantwortlich

„Die französischen Behörden haben erklärt, dass das iranische Geheimdienstministerium hinter einem vereitelten Bombenanschlag auf eine Kundgebung iranischer Oppositionsgruppen im Juni in Paris stand. Die französische Regierung erklärte, sie habe die Vermögenswerte zweier hochrangiger iranischer Regierungsvertreter eingefroren. Der Iran beharrt darauf, die Verschwörung sei eine Fiktion, forderte aber zugleich Gespräche mit Frankreich. Am Dienstag durchsuchte die französische Polizei außerdem in der französischen Stadt Dunkirk ein schiitisches Zentrum mit engen Verbindungen zum Iran. Ob die Vorgänge miteinander in Verbindung standen, war nicht klar. Es gab mehrere Verhaftungen und die Vermögenswerte der Gruppe wurden beschlagnahmt. (…)

Die französische Regierung erklärte am Dienstag, sie gehe davon aus, dass das iranische Geheimdienstministerium hinter der Verschwörung gestanden habe. Sie würden die Vermögenswerte zweier mutmaßlicher iranischer Geheimdienstkader einfrieren. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um den seinerzeit in Deutschland festgenommenen iranischen Diplomaten aus Wien Assadollah Assadi swoie um Saeid Hashemi Moghadam handelt. Einer französischen diplomatischen Quelle zufolge sei Moghadam der zuständige Einsatzleiter im Geheimdienstministerium. In einer gemeinsamen Erklärung der französischen Innen-, Außen- und Wirtschaftsminister hieß es: ‚Dieser überaus ernste geplante Anschlag, der in unserem Land verübt werden sollte, kann nicht unbeantwortet bleiben. Mit dieser Entscheidung unterstreich Frankreich seine Entschlossenheit, den Terrorismus in allen seinen Formen zu bekämpfen, insbesondere auf seinem eigenen Territorium.‘

Teheran bestritt prompt jede Verantwortung. Die angeblichen Anschlagspläne seien von jenen fingiert worden, ‚die die langjährigen Beziehungen des Iran mit Frankreich und Europa beschädigen wollen‘. ‚Wir bestreiten die Anschuldigungen und verurteilen aufs Schärfste die Verhaftung des iranischen Diplomaten, dessen umgehende Freilassung wir verlangen‘, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Später forderte der Sprecher der Ministerium Bahram Ghasemi allerding Gespräche mit Frankreich, um etwaige ‚Missverständnisse‘ auszuräumen. ‚Sollte es in dieser nichtexistenten Frage … irgendwelche Missverständnisse geben, ob es sich nun um die Verschwörung einer dritten Partei oder einen Fehler handelt, können wir uns zusammen hinsetzen und darüber sprechen’, erklärte er der Nachrichtenagentur AFP gegenüber.“ (Bericht auf BBC News: „France blames Iran for foiled Paris bomb plot“)

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