Nach ihrem Treffen im Oman wollen Washington und Teheran die Gespräche zum iranischen Atomprogramm demnächst in der italienischen Hauptstadt weiterführen.
Washington und Teheran haben die indirekten Gespräche zur Wiederbelebung der Nukleardiplomatie wieder aufgenommen. Das vom Sultanat Oman vermittelte Treffen in Maskat am Samstag war der erste Austausch dieser Art seit der Rückkehr von Donald Trump ins Präsidentenamt der USA. Der staatliche iranische Sender bestätigte, dass sich der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, und der iranische Außenminister Abbas Araghchi sogar kurz persönlich getroffen haben, was die erste direkte Interaktion zwischen amerikanischen und iranischen Beamten auf dieser Ebene seit der Obama-Ära darstellte.
Das Treffen an einem gesicherten Ort am Stadtrand von Maskat begann am Nachmittag und dauerte laut der Nachrichtenagentur Associated Press über zwei Stunden. Augenzeugen sahen später einen Konvoi, von dem angenommen wurde, dass er Witkoff zurück zum Gelände der US-Botschaft in der Stadt brachte. Beide Parteien bezeichneten die Gespräche als »produktiv«, während bereits ein Folgetreffen für den 19. April in Rom angesetzt wurde.
In einer am Samstag veröffentlichten Erklärung bezeichnete das Weiße Haus die Gespräche als »sehr positiv und konstruktiv«, räumte jedoch ein, dass die bevorstehenden diplomatischen Hürden »sehr kompliziert« blieben. In der Erklärung wurde betont, Witkoffs direktes Engagement stelle einen bedeutenden Schritt in Richtung einer Verhandlungslösung dar, die beiden Seiten zugutekommt.
US-Präsident Donald Trump sprach an Bord der Air Force One auf dem Weg zu einer Veranstaltung in Miami über die Verhandlungen und sagte zu den ihn begleitenden Jounalisten: »Es läuft gut. Ich möchte nicht zu viel sagen. Nichts ist von Bedeutung, bis alles abgeschlossen ist. Aber es läuft gut. Ich denke, die Situation im Iran sieht ziemlich gut aus.«
Meinungsverschiedenheiten
Hintergrund der Bemühungen ist die sich rapide verschlechternde Wirtschaft des Irans: Die Inflation ist auf über dreißig Prozent gestiegen, die Landeswährung verliert weiterhin an Wert und die Arbeitslosigkeit bleibt hoch. All dies schürt die interne Forderung nach einer Lockerung der von den USA verhängten Sanktionen, die durch eine Einigung beim Atomprogramm erreicht werden könnte.
Allerdings bestehen weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Teheran beharrt auf seinem Recht auf ein ziviles Atomenergieprogramm und fordert schnellstmögliche Aufhebung der Sanktionen. Die USA hingegen bestehen auf überprüfbaren Sicherheitsvorkehrungen, die garantieren, dass die Islamische Republik keine Atomwaffen erwirbt. Jüngste Bewertungen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) haben bestätigt, dass die Urananreicherungswerte des Irans nahezu waffenfähiges Niveau erreichen.
Washington ist besorgt, das iranische Atomprogramm könnte kritische Schwellenwerte überschreiten, wenn es nicht kontrolliert wird. Trump hat bereits früher gewarnt, die USA seien bereit, Militärschläge gegen die iranische Nuklear-Infrastruktur durchzuführen, sollten die Verhandlungen scheitern. Als Reaktion darauf droht das iranische Regime zunehmend, unter Verwendung ihrer vorhandenen Uranreserven offen Atomwaffen anstreben zu können.
Israelische Regierungsvertreter äußern weiterhin Skepsis gegenüber den Absichten des Irans und befürworten ein Abrüstungsmodell ähnlich wie im Fall Libyen. Gleichzeitig hat Teheran seine Nachbarstaaten mit deutlichen Warnungen dazu aufgefordert, keine von den USA geführte Militäroperation zu unterstützen, da dies zu weiterer Instabilität in der Region führen könnte.






