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Flughafen Gatwick: Israelischer Drone Dome rettet Weihnachtsurlaub

Von Stefan Frank

Flughafen Gatwick: Israelischer Drone Dome rettet Weihnachtsurlaub
Drone Dome. Quelle: Rafael.

36 Stunden lang, vom 19. bis zum 21. Dezember, war der Londoner Flughafen Gatwick, der nach Heathrow zweitgrößte Flughafen Großbritanniens, wegen illegaler Drohnenflüge völlig gesperrt. 1.400 Flüge wurden gestrichen, Zehntausende konnten nicht in den von ihnen gebuchten Weihnachtsurlaub fliegen. Ankommende Maschinen mussten umgeleitet werden und teils Hunderte Kilometer entfernte Airports wie Amsterdam und Paris ansteuern. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht – zwei vorübergehend festgenommene Verdächtige wurden wegen erwiesener Unschuld auf freien Fuß gesetzt. Wie britische und israelische Zeitungen nun berichten, ist es israelischer Technologie zu verdanken, dass der Flugbetrieb am Wochenende wieder aufgenommen werden konnte.

Laut der Daily Mail hatte die Londoner Polizei zunächst vergeblich versucht, die Störung mithilfe eines „handelsüblichen“ Systems des größten Drohnenherstellers DJI zu beseitigen, ein „aktenkoffergroßes“ Gerät, das alle im Einsatz befindlichen DJI-Drohnen und die Standorte der Drohnenlenker anzeigt. Doch es versagte, was nach Information der Zeitung darauf zurückzuführen sein könnte, dass die Drohne entweder manipuliert worden sei oder es sich um ein hochmodernes Gerät eines anderen Herstellers handele.


Israelische Hightech gegen Dronen

Daraufhin wurde die Armee gerufen. Sie hatte im August das israelische System Drone Dome angeschafft (hier ein Foto des Herstellers Rafael), nachdem sie sich im Januar bei einer Demonstration von dessen Eigenschaften hatte überzeugen können. Es wurde schon in Syrien und dem Irak eingesetzt, um Drohnen des IS außer Gefecht zu setzen. Der Hersteller beschreibt es als ein System, das „effektive Luftverteidigung gegen feindliche Drohnen bietet, die von Terroristen benutzt werden, um Angriffe aus der Luft durchzuführen, zum Sammeln von Informationen oder für einschüchternde Aktivitäten.“

Mithilfe eines Hightech-Radars und Lasersensoren, so die Daily Mail, könne die Armee Drohnen im Umkreis von zehn Kilometern orten, größere Objekte wie Flugzeuge in einem Umkreis von 30 Kilometern. Sobald das System eine Drohne genau lokalisiert hat, wird ein Störsender aktiviert, der die Drohne mit Funksignalen überhäuft und die Fernsteuerung des unbekannten Besitzers der Drohne außer Gefecht setzt.

Wie die Zeitung schreibt, wurde Drone Dome während der Befreiung der irakischen Stadt Mossul von britischen und amerikanischen Spezialkräften eingesetzt, um sich vor den Drohnen des IS zu schützen. Viele Passagiere auf dem Flughafen Gatwick, so der Bericht, „waren verärgert darüber, dass das System nicht schon früher geholt wurde“.

Deutschsprachige Zeitungen haben bislang nicht über den Einsatz von israelischer Hochtechnologie in Gatwick berichtet. So heißt es etwa auf Spiegel online lediglich, die britische Armee habe „Spezialausrüstung zum Flughafen Gatwick gebracht, um den Airport und die Flugzeuge bei Wiederaufnahme des Flugbetriebs zu schützen“.


Kein Zufall, sondern Boykott light

Es ist gang und gäbe, dass Zeitungen zwar über die zahllosen Innovationen, die israelische Forscher jedes Jahr entwickeln, berichten, aber verschweigen, dass sie aus Israel kommen. Darauf machte Stephen Pollard, ein Autor des in London erscheinenden Jewish Chronicle, im Dezember 2016 anhand der Medienberichte über eine bahnbrechende neue Therapie gegen Prostatakrebs aufmerksam: In vielen Berichten wurde verschwiegen, dass es das israelische Weizmann Institute war, das die Therapie entwickelt hatte. „Ich wünschte, ich könnte glauben, dass es sich um einen bloßen Fehler handelt“, kommentierte Pollard, „dass es einfach ein Zufall ist, dass die israelischen Ursprünge dieses medizinischen Durchbruchs weggelassen werden“. Doch das könne er leider nicht. „Es passiert zu oft und zu regelmäßig, als dass es ein Zufall sein könnte. Es ist das, was ich die Strategie des weichen Boykotts nenne.“ Die BDS-Kampagne, so Pollard, sei so offensichtlich rassistisch und antisemitisch, dass einige der Leute, denen es lieber wäre, wenn Israel nicht existieren würde – und von denen gebe es in der Medienbranche leider viele – nach einer anderen Strategie suchten: „Sie ignorieren alles auch nur annähernd Positive über Israel und fokussieren sich nur auf schlechte Nachrichten, die in ihre Anti-Israel-Agenda passen.“

Auch die Londoner Bevölkerung wird immer wieder mit Hetze konfrontiert, die sich gegen die Existenz des Staates Israel richtet. Im September hängten Unbekannte an zahlreichen Londoner Bushaltestellen Plakate auf, auf denen stand: „Israel is a racist endeavour“ („Israel ist ein rassistisches Unternehmen“). Die Londoner Sektion der Transportarbeitergewerkschaft RMT veröffentlicht regelmäßig Anti-Israel-Resolutionen. Im November 2011 fasste sie einen Beschluss zum Boykott des französischen Verkehrstechnologiekonzerns Alstom, weil dieser sich an dem Bau der Jerusalemer Straßenbahn beteiligt hatte.

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