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Flüchtlinge in Libyen als Sklaven verkauft

Flüchtlinge in Libyen als Sklaven verkauft
Quelle: Youtube

„‚Achthundert’, sagte der Auktionator. ‚Neunhundert … 1000 … 1100…’ Verkauft. Für 1200 libysche Dinar. Das entspricht $800. Es handelte sich nicht um einen Gebrauchtwagen, ein Stück Land oder ein Möbelstück. Es handelte sich überhaupt nicht um ein Handelsgut, sondern um zwei Menschen. Einer der beiden nichtidentifizierten Männer, die hier in einem unscharfen, CNN vorliegenden Video verkauft wurden, ist Nigerianer. Er scheint in seinen Zwanzigern zu sein und trägt ein blasses Hemd und eine Jogginghose. Er ist als Teil einer Gruppe ‚großer, starker Jungen für die Landwirtschaft’, so der Auktionator, der in dem Video nicht zu sehen ist, zum Verkauf angeboten worden. Man sieht in dem kurzen Video nur seine Hand, die wie die eines Besitzers auf der Schulter des Mannes ruht. Nach Ansicht der Aufnahmen von der Sklavenauktion verifizierte CNN ihre Echtheit und reiste nach Libyen, um weiter zu ermitteln. Vergangenen Monat schmuggelten wir versteckte Kameras in ein außerhalb der Hauptstadt Tripolis gelegenes Gebäude und erlebten mit, wie innerhalb von sechs oder sieben Minuten ein Dutzend Menschen versteigert wurden. (…)

Jedes Jahr kommen Zehntausende Menschen nach Libyen. Sie sind Flüchtlinge, die vor Konflikten fliehen, und Wirtschaftsmigranten, die auf bessere Lebensmöglichkeiten in Europa hoffen. Die meisten haben alles verkauft, um die Reise durch Libyen an die Mittelmeerküste zu finanzieren. Doch infolge des Durchgreifens der libyschen Küstenwache in der jüngeren Zeit gelingt es weniger Booten abzulegen. So bleiben die Schmuggler auf einem Rückstau an Möchtegernpassagieren sitzen. Dadurch werden die Schmuggler zu Herren und die Migranten und Flüchtlinge zu Sklaven. (…) ‚Die Situation ist gravierend’, erklärte Mohammed Abdiker, der Operations- und Notfalldirektor der International Organization for Migration (IOM) nach seiner Rückkehr aus Tripolis im April. ‚Manche Berichte sind wahrlich grauenerregend und die jüngsten Meldungen über »Sklavenmärkte« für Migranten reihen sich in eine lange Reihe entsetzlicher Tatbestände ein.’“ (Nima Elbagir / Raja Razek / Alex Platt / Bryony Jones: „People for sale“)

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