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Fatah feiert Jubiläum ihres ersten Terroranschlags

Aufgrund von Corona fanden die Feierlichkeiten zum ersten Fatah-Anschlag auf Israel heuer in abgespeckter Form staat
Wegen Corona fand die Feier zum ersten Fatah-Anschlag auf Israel heuer in abgespeckter Form statt (© Imago Images / INA Photo Agency)

Die Fatah verübte 1965 ihren ersten – glücklicherweise fehlgeschlagenen – Terroranschlag in Israel: zwei Jahre vor dem Sechstagekrieg und der damit einhergehenden Besetzung Gazas und der Westbank durch den jüdischen Staat.

Immer zu Jahresbeginn feiert die von Mahmud Abbas, dem lebenslangen Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, geführte Fatah nicht nur den Beginn des neuen Jahres, sondern gleichzeitig auch das Jubiläum ihrer Gründung, genauer gesagt: den ersten von ihr verübten Terroranschlag am 1. Januar 1965.

Damals drangen Fatah-Terroristen nach Israel ein und installierten eine Bombe am National Water Carrier, einem Kanal, der den See Genezareth mit der Negev-Wüste verbindet und die Bevölkerung im Süden Israels mit Trinkwasser versorgt. Die Bombe explodierte glücklicherweise nicht.

Terror als Karrierestart

Die Fatah begann ihre Karriere also mit einem versuchten Kriegsverbrechen an der israelischen Zivilbevölkerung. Das war ein Jahr nach dem Gipfel der Arabischen Liga in Kairo im Januar 1964, wo 13 Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga zusammengekommen waren, um über den Streit zwischen Israel und Jordanien um Wasserentnahme aus dem Jordan zu beraten.

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Auf technischer Ebene war 1955 unter der Vermittlung des amerikanischen Diplomaten Eric Johnston ein beide Seiten zufrieden stellender Kompromiss gefunden worden – doch das Abkommen zu ratifizieren, hätte die Anerkennung Israels bedeutet, was für die arabischen Staaten damals nicht in Frage kam.

Stattdessen wurde der im Südlibanon geborene Jurist und Diplomat Ahmed El-Shukairy beauftragt, bis zum nächsten Treffen, das am 11. September 1964 in Alexandria stattfand, eine Organisation zu gründen, deren Vorsitzender er sein würde: die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO), ein Bündnis von sechs Terrorgruppen, gegründet am 28. Mai 1964 im jordanisch besetzten Jerusalem. Die Fatah war und ist die größte Gruppe innerhalb der PLO.

Wie das Institut Palestinian Media Watch (PMW), das Medien und Regierungsverlautbarungen in den Palästinensischen Autonomiegebieten auswertet und ins Englische übersetzt, berichtet, begannen die diesjährigen Geburtstagsfeierlichkeiten der Fatah bereits am 24. Dezember.

Anders als in früheren Jahren gab es wegen Corona diesmal keinen Fahnenumzug; stattdessen wurde ein 30-minütiges Video vom letztjährigen Umzug gezeigt. PMW hat Ausschnitte daraus zu einem 80-sekündigen Film zusammengestellt. Darin ist zu sehen, wie vermummte Männer und Frauen – teils in Tarnfarbenuniformen, teils in Zivilkleidung – mit gelben Fahnen der Fatah und Sturmgewehren posieren und marschieren.

Die Veranstaltung soll in der Stadt Salfit, 26 Kilometer südwestlich von Nablus, stattgefunden haben. Laut einem Bericht der Jerusalem Post war unter den Bewaffneten auch ein erst 13-jähriges Mädchen. Das Video ist mit arabischem Kriegsgesang unterlegt, in dem es heißt:

„Wir geloben Allah – wir werden nicht weggehen!
Wir geloben Allah – wir werden zu Tode hungern und nicht weggehen!
Wir geloben der Revolution, den Revolutionären und der Öffentlichkeit – wir werden nicht weggehen!
Wir sind ein Teil dieses Landes und wir geloben Allah – wir werden niemals weggehen!“

Auf ihrer Facebookseite platziert die Fatah dazu jedes Jahr blutrünstige Bilder und Texte, in denen der Märtyrertod – so nennt die Fatah es, wenn ein Terrorist bei der Verübung von Terroranschlägen stirbt – verherrlicht wird. So heißt es dann etwa: „So, wie der Boden von Mekka für die Anbetung ist, ist der Boden von Jerusalem für den Märtyrertod (Shahada).“

Terroristinnen als Vorbilder gepriesen

Die Fatah begeht das ganze Jahr über die Jubiläen von ihr verübter großer Terroranschläge. Jedes Jahr am 11. März wird Dalal Mughrabi gefeiert. Sie war die Drahtzieherin des sogenannten „Küstenstraßenmassaker“ am 11. März 1978, bei dem 37 Israelis getötet wurden, darunter zwölf Kinder.

Die Palästinensische Autonomiebehörde betreibt um Mughrabi einen Heldenkult und benennt öffentliche Einrichtungen und Sportfeste nach ihr. Bei einer Veranstaltung in einer Mädchenschule aus Anlass des Weltfrauentages 2018 pries die Schulleiterin Nida Abd Rabbo Mughrabi als Beweis für die in der Fatah verwirklichte Gleichstellung von Mann und Frau. Kindern wird Mughrabi als Vorbild ans Herz gelegt. Damals wurde bekannt, dass eine vom belgischen Staat finanzierte Schule nach Mughrabi benannt ist, woraufhin Belgien die Gelder kürzte.

Jedes Jahr im September feiert die Fatah das Massaker an israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen in München. Die Täter werden von der Fatah als „Helden“ bezeichnet, die Ermordung der israelischen Sportler als „exzellente Operation“. 2016 postete die Fatah ein Bild von Muhammad Daoud (Abu Daoud), einem der Mörder von München, auf Facebook. Der Text dazu lautete:

„Muhammad Daoud ‚Abu Daoud’, einer der Führer der Schwarzen-September-Organisation der Fatah und der Hauptplaner der München-Operation, die 1972 die israelische Olympia-Delegation exekutierte.“

Nach Salah Khalaf (Abu Iyad), einem anderen Verantwortlichen des Olympiamassakers, hat die Fatah eine Schule benannt: „Märtyrer-Salah-Khalaf-Schule“. An der Palästinensischen Polytechnischen Universität in Hebron benannte der Studentenrat im November 2020 einen Eingang nach Salah Khalaf.

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