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Ex-Geisel: Hamas hungert Gefangene aus, um Israel zu Waffenstillstand zu zwingen

Tal Shoham kurz nach seiner Befreiung aus der Hamas-Geiselhaft am 22. Februar 2025
Tal Shoham kurz nach seiner Befreiung aus der Hamas-Geiselhaft am 22. Februar 2025 (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Er und seine Mitgefangenen hätten die Hamas-Wächter prahlen gehört, dass sie Vorräte für die kommenden Monate hätten, Vorräte, die sie ihrer eigenen Bevölkerung gestohlen hatten, erzählte Tal Shoham.

Die ehemalige Hamas-Geisel Tal Shoham sagte am Sonntagabend gegenüber dem israelischen TV-Sender Kanal 14, die Hamas lasse ihre Gefangenen bewusst hungern, um die israelische Öffentlichkeit dazu zu zwingen, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterstützen. »Sie haben uns absichtlich hungern lassen, auf sadistische und grausame Weise«, sagte Shoham und führte aus: »Direkt hinter der Eisentür, hinter der wir eingesperrt waren, hörten wir sie prahlen, dass sie Vorräte für die kommenden Monate hätten – Vorräte, die sie ihrer eigenen Bevölkerung gestohlen hatten.«

Die Hamas-Wärter »gaben auch zu, dass sie uns hungern ließen, damit wir eine Botschaft senden würden. Sie wollten, dass wir gebrochen herauskommen, um die israelische Öffentlichkeit zu schockieren und die Regierung unter Druck zu setzen, ein Abkommen zu erzielen.« Nach der Freilassung von Eli Sharabi und Ohad Ben Ami, die beide unterernährt waren, waren die Bewacher von Tal Shoham sehr frustriert über die weltweite Kritik, die sich die Hamas zuzog. »Sie gaben zu, dass es ihr Ziel war, die israelische Gesellschaft unter Druck zu setzen und zu erschüttern.«

Shoham beschrieb die 505 Tage in Gefangenschaft als »psychologische Kriegsführung«. Seine Entführer schwankten ständig zwischen Optimismus hinsichtlich des Kriegsendes und großer Frustration, waren aber eindeutig entschlossen, ihn hungern zu lassen. »Unten in den Tunneln erhielten wir kaum Informationen von außen, nur kleine Anekdoten. Als sie jedoch über Hunger sprachen, waren wir sicher: Das Ziel war, uns leiden zu lassen, genauso, wie ihr Volk leidet.«

Psychoterror

Tal Shoham, der die israelische und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 7. Oktober 2023 während des von der Hamas angeführten Angriffs auf den Kibbuz Be’eri mit seiner Frau Adi und den beiden Kindern entführt, und seine Schwiegereltern ermordet.

Adi, ihre dreijährige Tochter Yahel und ihr achtjähriger Sohn Naveh wurden nach fünfzig Tagen Gefangenschaft im Rahmen des ersten Waffenstillstandsabkommens freigelassen; Tal selbst kam erst 455 Tage später im Rahmen des jüngsten Geiselabkommens gemeinsam mit Eliya Cohen, Avera Mengistu, Hisham al-Sayed und Omer Shem Tov frei.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Associated Press im April erzählte Shoham, dass seine Frau nach ihrer Freilassung von einer Person, die sich als Hamas-Mitglied ausgab, angerufen und gewarnt worden sei, über die Gefangenschaft nicht öffentlich zu sprechen, ansonsten würde er, Tal, ermordet werden. Bis heute behält er Details seiner Gefangenschaft für sich, um die verbleibenden Geiseln nicht zu gefährden.

Nach fast 700 Tagen werden nach wie vor 58 Geiseln von der Hamas im Gazastreifen festgehalten. Israel geht davon aus, dass etwa zwanzig von ihnen noch am Leben sind.

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