Ilana Gritzewsky sagte vor dem UN-Sicherheitsrat aus, einige Zeit im Nasser-Krankenhaus in Khan Yunis festgehalten worden zu sein. Die Hamas bestreitet die Verwendung des Spitals für militärische Zwecke.
Eine ehemalige israelische Geisel in Gaza gab in der vergangenen Woche eine emotionale Aussage vor dem UN-Sicherheitsrat ab, in der sie davon erzählte, wie ihre Entführer sie schlugen und sie diese anflehte, sie nicht zu vergewaltigen.
Bei der monatlichen Sitzung des UN-Rats zum Thema Israel-Palästina berichtete Ilana Gritzewsky, gemeinsam mit anderen Geiseln im Nasser-Krankenhaus in Khan Yunis festgehalten worden zu sein, wo Anfang dieser Woche eine umstrittene israelische Militäroperation stattfand. »Sie brachten uns durch den Hintereingang und führten uns an allen Zivilisten vorbei. Im Krankenhaus gab es einen Bereich, der abgesperrt war und nur von der Hamas genutzt wurde. Sie sperrten uns in einen Raum, wo wir eine dritte Geisel trafen«, so Gritzewsky.
Ilena Gritzewsky hatte bei ihrer Entführung am 7. Oktober 2023 aus dem Kibbuz Nir Oz eine Reihe Verletzungen erlitten und wurde im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens im November 2023 im Austausch gegen palästinensische Sicherheitsgefangene freigelassen. Während ihrer 55-tätgigen Gefangenschaft erhielt sie keinerlei medizinische Versorgung.
»Auf dem Weg in den Gazastreifen, als sie anfingen, mich zu berühren und sexuell zu missbrauchen, verlor ich das Bewusstsein. Ich konnte es nicht mehr ertragen«, berichtete sie dem Sicherheitsrat. Da ihre Entführer sie – ebenso wie die anderen Geiseln – hungern ließen, verlor sie während ihrer knapp zweimonatigen Gewangenschaft fast zwölf Kilogramm Körpergewicht.
Gritzewskys Partner Matan Zangauker, der zusammen mit ihr entführt worden war, befindet sich nach wie vor in der Gewalt der Hamas.
Sexuelle Gewalt als Waffe
Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen Danny Danon erklärte dem Rat, dass »die Hamas sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einsetzte. Überlebende verdienen Taten, keine Zweifel«, forderte er das Gremium auf, »die Hamas jetzt auf die schwarze Liste zu setzen. Der Sicherheitsrat muss sie als die Terrororganisation einstufen, die sie ist.«
Danon kritisierte auch jene UN-Mitgliedstaaten, darunter die Sicherheitsratsmitglieder Frankreich und Großbritannien, die sich kürzlich für die Anerkennung eines palästinensischen Staates ausgesprochen hatten. Diese Maßnahme habe »der Hamas einen Ausweg geboten« und sie »ermutigt, sich aus den Verhandlungen über einen Waffenstillstand zurückzuziehen«.
Als Beleg zitierte Danon das Lob der Hamas für die Anerkennung des palästinensischen Staates durch Paris als »Frucht des 7. Oktobers. Das sind die Leute, die euch zujubeln, Vergewaltiger, Mörder, Entführer. Ihr solltet für westliche Werte einstehen«, forderte Israels Botschafter Frankreich und Großbritannien auf.






