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Ehemaliger BBC-Kommentator war Teil des iranischen Verhandlungsteams

Iraner demonstriert gegen die unkritische BBC-Berichterstattung über das Regime
Iraner demonstriert gegen die unkritische BBC-Berichterstattung über das Regime (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Bei seinen Auftritten in der BBC tätigte Mohammad Marandi antisemitische Aussagen, schimpfte über das »auserwählte Volk« und verherrlichte die Hisbollah.

Der ehemalige BBC-Kommentator Sayed Mohammad Marandi, der in der Sendung Today auf Radio Four über das »auserwählte Volk« schimpfte und behauptete, dieses glaube, »außergewöhnliche Rechte auf die gesamte Region zu haben«, gehörte laut Informationen des Jewish Chronicle zur iranischen Delegation bei den Verhandlungen mit den USA in Pakistan. So wurde Marandi während der Gespräche im vergangenen Monat an der Seite hochrangiger Vertreter des iranischen Regimes gesehen, darunter Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi.

Zwischen 2017 und 2024 trat Marandi in mehreren BBC-Sendungen sowie in Nachrichtensendungen anderer britischer Sender auf. Dabei nutzte er die ihm gebotene Plattform, um für die Hisbollah zu werben, eine verbotene Terrororganisation, die er in einem Interview mit Channel 4 als »Helden« bezeichnete. Ferner machte er immer wieder extreme Äußerungen über Israel, dem er in Interviews mit der BBC und Sky vorwarf, einen »Holocaust« begangen zu haben.

In einer Reaktion auf die Berichte über Marandis Tätigkeit für das iranische Regime fordert der britische Schattenkulturminister eine strengere Überprüfung von Experten im britischen Fernsehen. Der konservative Abgeordnete Nigel Huddleston bezeichnete Marandis wiederholte TV- und Radio-Auftritte als »zutiefst besorgniserregend« und erklärte, die Sender müssten ihre Sorgfaltspflicht hinsichtlich der Positionen der Mitwirkenden verbessern.

Öffentlich-rechtliche Sender hätten die Verantwortung, »unparteiische Nachrichten zu liefern. Die BBC macht sich schuldig, gegen ihre eigenen Regeln zu verstoßen, wenn sie Personen als objektive Kommentatoren präsentiert, die in Wirklichkeit eine Agenda haben und voreingenommen sind, wie es in diesem alarmierenden Fall zu sehen ist. Wir erwarten und verlangen von unserem nationalen Rundfunk, dass er strenge Sorgfaltspflichten hinsichtlich der Personen einhält, die er auf Sendung bringt, und es transparent macht, wenn jemand eine klare Agenda verfolgt.«

Prominenter Regime-Verteidiger

Während eines Interviews in der BBC-Sendung HARDtalk beschrieb Moderator Stephen Sackur den regierungsnahen Gast als »erfahrenen iranischen Wissenschaftler und zeitweisen Berater seiner Regierung während der internationalen Atomverhandlungen« sowie als »durchweg loyalen Verteidiger der Regierung im Iran«. Bei einem separaten Auftritt im Jahr 2024 in der Sendung Today mit Mishal Husain wurde Marandi jedoch in erster Linie als Professor für englische Literatur und Orientalistik an der Universität Teheran vorgestellt.

Während des Interviews bezeichnete er Israel wiederholt als »genozidales Regime« und warf Großbritannien und westlichen Regierungen vor, von Israel begangene »Verbrechen zu rechtfertigen«. Der Iraner sprach anschließend abwertend vom »auserwählten Volk« und erklärte live auf Sendung: »Wir gelten alle als Amalek in diesem Teil der Welt. Wir gelten als minderwertig. Sie sind das auserwählte Volk, sie sind eure Verbündeten … Die einzige Lösung, der einzige Weg nach vorn ist Widerstand. Nichts wird dieses israelische Regime aufhalten. Das liegt in der Natur des Regimes. Es ist ein expansionistisches Regime, das an ethnische Vorherrschaft glaubt; das glaubt, dass sie das auserwählte Volk sind, dass sie außergewöhnliche Rechte haben und daher auch außergewöhnliche Rechte in der Region. Es geht heute nicht nur um Palästina, es geht über die Grenzen Palästinas hinaus.«

Nach der Ausstrahlung verteidigte die BBC ihre Entscheidung, Marandi zu Gast zu haben, räumte jedoch ein: »Wir hätten seine Wortwahl während des gesamten Interviews weiterhin hinterfragen sollen.«

Mohammad Marandi wurde in Richmond, Virginia, geboren und ist der Sohn von Alireza Marandi, der als leitender Berater des getöteten Obersten Führers Ali Khamenei tätig war. In Interviews mit dem iranischen Staatsfernsehen sprach er über die Verbindungen seiner Familie zur iranischen Führung, darunter zu Khameneis Sohn und dem aktuellen Obersten Führer, Mojtaba. Der Jewish Chroniclehatte zuvor enthüllt, dass Marandi während des Iran-Irak-Kriegs im Korps der Islamischen Revolutionsgarden gedient hatte. In einem Social-Media-Beitrag aus dem Jahr 2019 teilte er ein Foto von sich in Uniform und schrieb: »Dieses Foto wurde voller Stolz aufgenommen … als ich ein sechzehnjähriger Freiwilliger war, der gegen die von den USA unterstützte Invasion des Iran kämpfte.«

Marandi ist zu einem der prominentesten englischsprachigen Verteidiger der Islamischen Republik geworden und tritt regelmäßig in westlichen Medien auf, um Teherans Regionalpolitik zu verteidigen und westliche Regierungen anzugreifen. Während der »Frau, Leben, Freiheit«-Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini tat er die Demonstrationen als »Ausschreitungen« ab und behauptete, mit der NATO verbundene Organisationen hätten die Demonstranten darin geschult, Gewalt anzustacheln.

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