Der Euphrat verzeichnet aktuell die höchsten Wasserstände seit Jahrzehnten, sodass syrische Behörden zu Evakuierungen und Notfallmaßnahmen greifen mussten.
Syrische Behörden warnten die Bewohner der Provinzen Raqqa und Deir ez-Zor Anfang der Woche vor möglichen Überschwemmungen entlang des Euphrats, nachdem der Wasserstand kürzlich auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten angestiegen war. Dies führte in mehreren Gebieten zu Evakuierungen und Notfallmaßnahmen.
Der Generaldirektor des Euphrat-Staudamms, Haitham Bakur, sagte am Montag, der Fluss verzeichne beispiellose Wassermengen, wie sie seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen wurden. Er warnte, dass der Wasserstand in einigen Gebieten um mehr als zwei bis drei Meter ansteigen könnte. Seine Institution verwalte »die Wasserressourcen des Euphrat vom Zeitpunkt seines Eintritts in syrisches Gebiet bis zu seinem Austritt aus dem Land«, sagte Bakur und erklärte, dass der Flusslauf durch eine Kette von Staudämmen geregelt werde, indem Überlaufschleusen geöffnet würden, sobald die Stauseen ihre maximale Kapazität erreichten.
Bakur forderte die Anwohner in der Nähe der Flussufer in Raqqa und Deir ez-Zor nachdrücklich auf, sich vom Fluss fernzuhalten und darin nicht zu schwimmen. Er warnte, dass der steigende Wasserstand Risiken für Menschen in informellen Siedlungen und in illegal in der Nähe des Flussbettes errichteten Gebäuden berge.
Historischer Höchststand
Die syrische Zivilschutzbehörde erklärte, der Flusspegel könne um mehr als zwei Meter ansteigen, nachdem die Wasserabgabe aus dem Euphrat-Staudamm auf 1.500 Kubikmeter pro Sekunde erhöht worden sei. Die Behörden forderten die Bewohner in tief gelegenen Gebieten auf, ihre Häuser zu verlassen, den Betrieb von Booten und Fähren einzustellen und das Überqueren provisorischer Erdbrücken zu vermeiden.
Das syrische Energieministerium teilte mit, dass drei Überlaufschleusen am Euphrat-Staudamm zum ersten Mal seit über dreißig Jahren geöffnet wurden, um den Damm zu schützen und die Stabilität der Stromerzeugung aufrechtzuerhalten.
Der Euphrat, eine der wichtigsten Wasserquellen Syriens, entspringt in der Türkei und fließt durch Syrien in den Irak. Der Wasserstand des Flusses ist seit langem ein heikles Thema zwischen Ankara und den flussabwärts gelegenen Ländern Syrien und Irak. Dies gilt insbesondere in Dürreperioden und wegen der oft hinter ihren Verpflichtungen zurückbleibenden Wasserabgaben der Türkei.






