EU-Parlament empfängt erneut hochrangigen Regimevertreter des Iran

„Iraner im Exil zeigen sich empört über die Entscheidung der Europäischen Union, einen hochrangigen iranischen Regierungsvertreter ins EU-Parlament einzuladen, der möglicherweise in den tödlichen Anschlag von 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires verwickelt war. Es handelt sich um Alaeddin Boroujerdi, den Vorsitzenden des Iranischen Komitees für Außenpolitik und Nationale Sicherheit. Er ist vom Außenpolitischen Ausschuss des EU-Parlaments für Dienstag zu einer Diskussion iranrelevanter Themen eingeladen worden. Dem EU-Parlament zufolge werde er über die ‚iranische Haltung zur Entwicklung in der Region, das Atomabkommen von 2015 und die gegenwärtige politischen Lage im Iran’ sprechen.

Boroujerdi gilt als enger Vertrauter des religiösen Staatsoberhaupts Ali Khamenei und unterhält enge Beziehungen zur Hisbollah-Führung. In den letzten Wochen hat er sich für die gewaltsame Niederschlagung der Proteste gegen die Regierung ausgesprochen. Er gehört auch zu den Befürwortern des ballistischen Raketenprogramms, an dem der Iran trotz der Verbots durch die UNO-Resolution, mit der das Atomabkommen zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft von 2015 genehmigt wurde, festhält. Iranern zufolge, die in Europa im Exil sind, unterhält Boroujerdi auch Beziehungen zum ehemaligen iranischen Außenminister Ali Akbar Velayati, der wegen seiner angeblichen Beteiligung an dem Bombenanschlag von 1994, bei dem 80 Menschen getötet wurden, von Interpol gesucht wird. (…) Quellen im Europäischen Parlament erklärten, sein Auftreten vor dem Ausschuss am Dienstag spiegele das unbeirrbare Festhalten der EU an der Bewahrung des Atomabkommens mit dem Iran wider.“ (Eldad Beck: „Iranian exiles slam EU Parliament for inviting ‚terrorist‘ to speak“)

UPDATE: „MEMRI (Middle East Media Research Institute – www.memri.org) zufolge war der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik Alaeddin Boroujerdi 2014 einer der Redner bei der ‚New-Horizon‘-Konferenz in Teheran: ‚einer Versammlung von Holocaustleugnern, Verschwörungstheoretikern, BDS- Anhängern und anderen Aktivisten aus der ganzen Welt, bei der auch der berüchtigte antisemitische ‚Komödiant‘ Dieudonné aus Frankreich auftrat’.

Beachten Sie hierzu auch die Presseerklärung der österreichischen ‚Stop the Bomb’-Koalition. Darin heißt es, Boroujerdi werde von ‚iranischen Oppositionellen wegen seiner öffentlichen Unterstützung der brutalen Unterdrückung der Protestbewegung der letzten Wochen’ kritisiert. Zudem sei er ‚maßgeblich verantwortlich für die Unterstützung terroristischer Organisationen wie Hisbollah, Islamic Djihad und der Hamas’.

Klarstellung: Interpol ermittelte im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das jüdische AMIA-Gemeindezentrum in Buenos Aires von 1994 gegen den ehemaligen iranischen Außenminister Velayati. Er gehört aber nicht zu den sechs Verdächtigen, gegen die ein internationaler Haftbefehl erlassen wurde.“ (Presseaussendung des Simon Wiesenthal Center)

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2 Gedanken zu „EU-Parlament empfängt erneut hochrangigen Regimevertreter des Iran

  1. Markus Jesgarz

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage:
    Boroujerdi gilt als enger Vertrauter des religiösen Staatsoberhaupts Ali Khamenei
    und unterhält enge Beziehungen zur Hisbollah-Führung.
    1.
    In dem Beitrag von „IraniansForum“:
    Bundesfamilienministerium fördert Organisatoren des antisemitischen Al Quds-Marsches
    http://iraniansforum.com/eu/familienministerium-fordert-organisatoren-des-antisemitischen-al-quds-marsches/
    von Kazem Moussavi am 23. Juli 2017 steht:
    1.
    IGS (die islamische schiitische Gemeinschaft in Deutschland) ist der Hauptorganisator
    der Berliner Al-Quds-Märsche zur Vernichtung Israels.
    2.
    Die islamische schiitische Gemeinschaft in Deutschland (IGS) fungiert als politischer Dienstleister des
    vom iranischen religiösen Führers Ali Khamenei gesteuerten islamischen Zentrum Hamburg (IZH).
    3.
    Dawood Nazirizadeh (SPD, IGS), Leiter der IGS-eigenen „Wiesbadener Akademie für Integration” und des “Schiitischen Kulturvereins Imam Hossein e.V. in Wiesbaden” wird von Außenminister Gabriel, der Staatsministerin Aydan Özoğuz
    und dem Familienministerium besonders gefördert.
    2.
    In dem Beitrag von „IraniansForum“:
    Die „Wiesbadener Integrations-Akademie“ und ihre Verbindungen zu den iranischen Organisatoren des antisemitischen Al-Quds-Tages
    http://iraniansforum.com/eu/die-wiesbadener-integrations-akademie-und-ihre-verbindungen-zu-den-iranischen-organisatoren-des-antisemitischen-al-quds-tages/
    von Kazem Moussavi am 13. April 2017 steht:
    Alle Projekte der IGS und der „Wiesbadener Akademie für die Integration“ unter Leitung Nazirizadehs unterstehen dem Vorsitzenden des schiitischen Gelehrtenrats, Ayatollah Reza Ramezani, dem Leiter des Islamischen Zentrum Hamburg (IZH). Ramazani ist Mitglied des Wächterrates der Islamischen Republik Iran und seine Aktivitäten in Deutschland werden vom Revolutionsführer Ali Khamenei bestimmt und gefördert.
    3.
    In dem Beitrag von „IraniansForum“:
    Das Berliner Al-Mustafa-Institut und seine Verwicklung mit dem antisemitischen Al-Quds-Tag der Mullahs
    http://iraniansforum.com/eu/das-berliner-al-mustafa-institut-und-seine-verwicklung-mit-dem-antisemitischen-al-quds-tag-der-mullahs/
    von Kazem Moussavi am 22. Juni 2017 steht:
    1.
    unter „Die Verbindungen des Al-Mustafa-Instituts mit den iranischen Organisatoren des antisemitischen Al-Quds-Tages in Berlin“
    1.
    Dawood Nazirizadeh, der das IZH im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und die IGS in der Deutschen Islam-Konferenz (DIK) vertritt, war im Mai dieses Jahres Gast des Außenministers Gabriel auf der Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ im Auswärtigen Amt.
    2.
    In Hamburg ist das IZH in die Schul- und Bildungspolitik des Senats eingebunden.
    2.
    unter „Das Al-Mustafa-Institut in Berlin ist gefährlich und daher umgehend zu schließen!“
    Aus Sicherheitsgründen sollte Deutschland die schiitisch-antisemitischen Institutionen des Mullah-Regimes, das seit 38 Jahren im Iran die andersdenkenden Schiiten, Sunniten, Aleviten, Bahai, Juden und ethnische Gruppen und emanzipatorischen Kräfte unterdrückt, verhaftet, ins Exil treibt und ermordet, keine Propaganda-Möglichkeiten gewähren.
    4.
    Meiner Meinung ist:
    Herr Alaeddin Boroujerdi ist kein seriöser Gesprächspartner.
    Der Außenpolitische Ausschuss des EU-Parlaments soll sich seriöse Gesprächspartner suchen.
    Deutsche Politiker sollen sich seriöse Gesprächspartner suchen.
    Der Exiliraner Herr Dr. Kazem Moussavi ist ein seriöser Gesprächspartner.

  2. Markus Jesgarz

    Meine Meinung ist:
    Eine deutsche Delegation und deutsche Politiker sollten keine wohlwollende Haltung
    gegenüber der Kultur des Judenhasses der islamischen Diktatur Iran zeigen.
    In dem Beitrag:
    Tarek Al-Wazir erkundet Geschäftsmöglichkeiten zusammen mit hessischen Unternehmen in Iran
    http://www.nazirizadeh.de/iran-beratung/hessische-unternehmen-in-iran/
    von Dawood Nazirizadeh steht unter „Fazit“:
    Während der ganzen Reise herrschte eine positive Stimmung auf Seiten der Delegation und der iranischen Gastgeber, mit der Erwartung, dass die Reise die gegenseitigen Beziehungen tatsächlich voranbringen würde. Es herrschte eine wohlwollende Haltung der jeweils anderen Kultur und Geschäftskultur gegenüber.

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