Das Erdbeben hat dem syrischen Regime die Möglichkeit verschafft, seine Beziehungen zur arabischen Welt weiter zu normalisieren, nachdem zahlreiche Staaten der Region ihre Hilfe angeboten haben.
Der syrische Präsident Baschar al-Assad besuchte am Montag den Oman, wo er mit Sultan Haitham bin Tareq zusammentraf. Assads erste Auslandsreise seit dem verheerenden Erdbeben vor zwei Wochen stellt damit zugleich auch ein weiteres Anzeichen für ein Ende seiner Isolation durch die Golfstaaten dar.
Das Beben vom 6. Februar hat Staaten in der gesamten arabischen Welt dazu veranlasst, das nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2011 aus der Arabischen Liga ausgeschlossene Syrien zu unterstützen und dem Assad-Regime Anzeichen für eine Lockerung seiner Isolation zu senden.
Oman zählt zu den wenigen Ländern, die in den letzten zehn Jahren normale Beziehungen zu Syrien aufrechterhalten haben, ohne die diplomatischen Beziehungen abzubrechen. So besuchte jüngst etwa der jordanische Außenminister Damaskus, wo er mit Assad zusammentraf, was Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme Syriens in die Arabische Liga aufkommen ließ.
In einer Erklärung des omanischen Außenministeriums hieß es nun, Sultan Haitham bin Tareq habe Assad im Königspalast in Maskat zu »offiziellen Gesprächen« empfangen, den ersten seit dem Jahr 2011. »Omans Herrscher bekundete dem Gast und dem syrischen Volk sein Mitgefühl und Beileid«, hieß es in der Erklärung weiter.
»Ausgewogene Politik«
Assad wiederum lobte die »ausgewogene Politik« des Oman in den vergangenen Jahren und bezog sich dabei auf die Haltung des Landes in Bezug auf Syrien. Seit 2011 hat der Oman immer wieder eine strategische Rolle als wichtiger Vermittler in der Region gespielt, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im Jemen.
Assads Reise in den Oman ist die zweite in einen arabischen Staat seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011; seine erste führte ihn vergangenes Jahr in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Das Erdbeben hat dem syrischen Regime die Möglichkeit verschafft, seine Beziehungen zur arabischen Welt weiterhin zu normalisieren, nachdem zahlreiche Staaten der Region sich beeilt haben, Hilfe anzubieten.
Der saudi-arabische Außenminister erklärte am Samstag, es zeichne sich ein Konsens unter den arabischen Staaten ab, dass die Isolation Syriens beendet und der Dialog wieder aufgenommen werden müsse, um die anstehenden humanitären Probleme zu lösen. »Sie werden sehen, dass nicht nur im Golfkooperationsrat (GCC), sondern in der gesamten arabischen Welt Konsens darüber besteht, dass der Status quo nicht tragbar ist«, sagte Prinz Faisal bin Farhan Al Saud auf der Münchner Sicherheitskonferenz.