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Türkei: Erdogans Religionsbehörde propagiert Märtyrertod für Jugendliche

Erdogan im neuen Präsidenten-Palast in Ankara

Recep Tayyip Erdogan ist ein Islamist, der seine neoosmanischen Reichsträume mittels der mit ihm verbündeten islamofaschistischen Muslimbrüder im Greater Middle East zu realisieren wünscht. Es sind alles schon bekannte Indikatoren einer Islamisierung, die in einer islamistischen Präsidialdiktatur gipfeln sollen: Er hat seinen Präsidentenpalast im Stile eines Sultanpalastes gebaut. Seine Leibgarde trägt osmanische Kleidung. Das Kopftuch ist jetzt bei Polizistinnen erlaubt. Er hat die Geschlechtertrennung in Studentenwohnheimen angeordnet. Er überzieht das Land mit Moscheen und möchte auch die Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee umwandeln. Er benennt die Bosporusbrücke nach einem Alewiten schlachtenden Sultan. Die Armee ist nun einem Nationalen Sicherheitsrat untergeordnet, der dem Verteidigungsminister und letztendlich Erdogan persönlich untersteht. Erdogan möchte sie nach dem Vorbild der Revolutionären Garden à la Iran umbauen. Er gründet eine Verteidigungsakademie, bei der auch Mitglieder von Islamschulen die Reihen des Militärs füllen sollen.

Dazu passt nun auch, dass die staatliche Religionsbehörde Diyanet, die ursprünglich die Religion staatlicherseits begrenzen sollte, zum Instrument dieser islamistischen Indoktrinierung und Missionierung umgebaut wurde (und deren langer Arm auch nach Deutschland reicht). Die nächste Stufe der Indoktrinierung ist jetzt der Märtyrerkult. Zum einen wurde die neue Bosporusbrücke auch die Märtyrerbrücke genannt und der Tag des misslungenen Gegenputsches durch Teile des Militärs als Märtyrertag betitelt. Bei seinen Reden nannte Erdogan die Toten des Gegenputsches auch Märtyrer, die den Märtyrertod gestorben seien und die Islamistenmenge skandierte: ‚Führer befiehl, wir sterben für dich!‘

Folgerichtig berichtet nun auch die Zeitung Al-Monitor von der Verbreitung des Märtyrerkults durch die staatliche Religionsbehörde Diyanet. Dass dabei vor allem auch die Jugend die Zielgruppe ist, ergibt sich aus Erdogans Ausspruch, dass er eine ‚neue, religiöse Generation‘ heranzüchten will. Was man bisher vor allem von Terroristenorganisationen wie der Hamas, bei den Kindersoldaten des IS oder bei den Basiji des Irans kennt, wird nun auch in der Türkei zur Erziehung der Jugend popularisiert: Der Märtyrertod.“

(Ralf Ostner: „Erdogans Religionsbehörde propagiert Märtyrertod für Jugendliche“.)

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