Erdogans Kampferklärung an den Westen

„Während der türkische Rüpel Recep Tayyip Erdogan und seine Anhänger die westlichen Hauptstädte, insbesondere Washington und Paris, eine nach der anderen wegen ihrer mangelnden Unterstützung der türkischen Offensive gegen die syrischen Kurdengruppen wüst beschimpft, entwickelt die nordsyrische Stadt Manbij sich zunehmend zu einer gefährlichen Bruchlinie zwischen der Türkei und dem Westen. Erst am 1. April stellte die Türkei ihre Feindseligkeit wieder einmal demonstrativ zur Schau, als der nicht besonders einflussreiche stellvertretende Ministerpräsident westliche Regierungen beschuldigte, sie würden terroristische Organisationen unterstützen, um ‚die Niederlage ihrer Großväter zu rächen’. ‚Wir trieben ihre Großväter ins Meer’, erklärte er. ‚Deswegen führen sie jetzt einen unerbittlichen Kampf gegen uns’, so Hakan Cavusoglu. Er bezog sich dabei auf den griechisch-türkischen Krieg von 1897. ‚Da sie sich aber nicht trauen, sich direkt mit uns auseinanderzusetzen, fördern sie Terrorgruppen.’ ‚Sehen sie sich Frankreich, Deutschland, Italien oder Spanien an. Die werden von Technokraten regiert. Sie haben keine wirklichen Führer. Weltweit verkörpert Recep Tayyip Erdogan wie kein zweiter die Funktion eines politischen Führers. Bestenfalls könnte man vielleicht noch auf den [russischen Präsidenten Wladimir] Putin verweisen.’ (…)

Im Westen wird die Einsicht, dass Feindseligkeit den Vereinigten Staaten und dem Westen gegenüber ein integraler Bestandteil der Bestrebungen Erdogans ist, seine nationalistische Basis zu konsolidieren, weiterhin ungläubig verdrängt. Insofern scheint es durchaus wahrscheinlich, dass es wegen Manbij zu einer Konfrontation zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten kommen wird. Erdogans jüngsten Ausfälle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, den er als ‚Terroristen’ bezeichnete, boten einen Vorgeschmack darauf, worauf Washington sich einstellen muss, wenn es auf seiner Partnerschaft mit den Demokratischen Kräften Syriens in Manbij beharrt. Wie ein Mitarbeiter Erdogans freimütig einräumte, biete die stetig zunehmende Abhängigkeit der Türkei von Russland ihr auch zusätzlichen Spielraum, um gegen die Vereinigten Staaten und den Westen vorzugehen. ‚Ohne die Unterstützung Russland könnten wir nicht einmal Drohnen über Afrin einsetzen’, so der Mitarbeiter dem türkischsprachigen Dienst von CNN zufolge. Genau deswegen investiert Putin in Erdogan. Die Spannungen zwischen den NATO-Verbündeten nehmen zu und Manbij stellt dabei die empfindlichste Bruchstelle dar.“ (Cengiz Candar: „Deadly Ankara-West fault line cracks open at Syria’s Manbij“)

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