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Erdoğans besondere Beziehung zu Wladimir Putin

Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin: Videokonferenz zwischen dem türkischen und dem russischen Präsidenten
Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin: Videokonferenz zwischen dem türkischen und dem russischen Präsidenten (© Imago Images / SNA)

Knapp vor der zweiten Runde zur Präsidentschaftswahl erklärte der türkische Präsident Erdoğan seine »besondere Beziehung« zu seinem russischen Amtskollegen und betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der beiden Staaten.

Geht es nach Präsident Recep Tayyip Erdoğan, wird die Türkei dem Druck des Westens standhalten und die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Moskau trotz dessen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter ausbauen. »Russland und die Türkei brauchen einander in allen möglichen Bereichen«, sagte Erdoğan in einem vergangene Woche ausgestrahlten Interview mit CNN und betonte, kurz vor der spannungsgeladenen Stichwahl, seine eigenen »besonderen Beziehungen« zum russischen Präsidenten würden sich vertiefen.

Der Westen, so Erdoğan, verfolge »keinen sehr ausgewogenen Ansatz«, den man aber gegenüber einem Land wie Russland brauche. »Wir sind nicht an einem Punkt, an dem wir Sanktionen gegen Russland verhängen würden, wie es der Westen getan hat.«

Trotz ihrer NATO-Mitgliedschaft hat die Türkei seit Beginn des Ukraine-Kriegs ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Moskau intensiviert und die Importe von billigem russischem Öl erhöht, obwohl Russland von anderen europäischen Ländern mit einem Embargo belegt wurde. Während die Türkei die Ukraine mit humanitärer Hilfe und den von ihr produzierten Bayraktar-Angriffsdrohnen versorgt, hat sie sich als neutrale Partei in dem Konflikt positioniert und eine Reihe von Gesprächen zwischen den beiden Seiten organisiert. 

Keine Änderung

In einer Rede am Mittwoch hob Erdoğan auch seine Rolle als Vermittler im kürzlich erneuerten Getreideabkommen für das Schwarze Meer hervor, durch das Lieferungen aus den blockierten ukrainischen Häfen an den Weltmarkt ermöglicht werden. Dabei pries er den Erfolg des Abkommens und bezeichnete Wladimir Putin als »lieben Freund«.

Das Russland-Thema rückte bei den türkischen Präsidentschaftswahlen in den Vordergrund, nachdem Erdoğans liberal-demokratischer Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu letzte Woche Moskau beschuldigt hatte, an der Verbreitung von Fake News und Verschwörungen beteiligt zu sein, um die Wähler gegen ihn aufzubringen. Da Erdoğan in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mehr als 49 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte, hat es Kılıçdaroğlu nicht leicht, wenn er heute den Spieß gegen den seit zwei Jahrzehnten amtierenden Präsidenten umdrehen will.

In seinem Interview mit CNN deutete Erdoğan an, seine außenpolitische Haltung im Falle eines erneuten Wahlsiegs nicht ändern zu wollen und sagte, weiterhin gegen Schwedens NATO-Beitrittsantrag zu sein. »Wir sind im Moment nicht bereit für Schweden, denn ein NATO-Land sollte eine starke Haltung einnehmen, wenn es um die Bekämpfung des Terrorismus geht.«

Ankara hat Stockholm wiederholt vorgeworfen, gegenüber Mitgliedern verbotener kurdischer Gruppen, die im schwedischen Exil leben, zu nachlässig zu sein, und von Stockholm die Auslieferung Dutzender als Terroristen bezeichneter Personen als Teil einer Vereinbarung über den Beitritt des Landes zum transatlantischen Militärbündnis gefordert.

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