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Erdogan: „Griechen verhalten sich wie die Nazis“

Erdogan fordert Griechenland auf, die Grenzen zu öffnen
Erdogan fordert Griechenland auf, die Grenzen zu öffnen (imago images/ Xinhua)

Der Umgang Griechenlands mit den von Ankara an die Grenze geschickten Flüchlingen unterscheide sich nicht vom Vorgehen der Nazis, sagte der türkische Präsident letzte Woche.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Die Türkei hat in der vergangenen Woche in gegen Griechenland gerichteten Äußerungen das Gedenken an den Holocaust geschmäht. Ankara hat Tausende Flüchtlinge an die Grenze zu Griechenland geschickt, nachdem es jahrelang Flüchtlinge an der Flucht aus der Türkei gehindert hatte.

Nachdem die griechische Grenzpolizei Tränengas auf die Flüchtlinge abgefeuert hatte, verglichen türkische Funktionäre die Griechen mit den Nazis. „Es gibt keinen Unterschied zwischen dem, was die Nazis getan haben, und diesen Bildern von der griechischen Grenze“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Das ist einer von vielen im Laufe der Jahre getätigten Kommentaren, in denen türkische Politiker in öffentlichen Auseinandersetzungen den Gegner als „Nazi“ titulierten. Auch im Internet nehmen sich regierungsfreundliche türkische Nationalisten an der Regierungspropaganda ein Beispiel und verwenden das Etikett „Nazi“, um Gegner zu beschimpfen.

Während seiner Rede vor der UNO im September etwa behauptete Erdogan, Israel agiere wie die Nazis. Diese Rhetorik ist Teil des zunehmenden militaristischen und nationalistischen Extremismus in Ankara, der dazu geführt hat, dass die Türkei in Syrien einmarschiert ist, Hunderttausende Kurden zur Flucht gezwungen und Dissidenten und Journalisten ins Gefängnis geworfen hat. (…)

Die Türkei verschärft die Holocaust-Rhetorik, spielt den Mord an sechs Millionen Juden herunter und vergleicht ihn mit dem Leiden der Migranten. Diese Sprache ist besonders verwerflich angesichts der tatsächlichen Geschichte der Juden in Griechenland, wo 50.000 während des Holocausts ermordet wurden. Siebenundachtzig Prozent der jüdischen Bevölkerung wurden ausgerottet.

Die Verwendung von Holocaust-Vergleichen in der Türkei zeigt einen Mangel an Aufklärung über den tatsächlichen Holocaust und ist Ausdruck der Instrumentalisierung des Holocaustgedenkens für politische Zwecke. Im Jahr 2017 etwa bezeichnete der türkische Präsident die Niederlande als „Überbleibsel des Nazismus“, nachdem das Land eine politische Kundgebung für das Verfassungsreferendum in Ankara verboten hatte.

Turkey downplays Holocaust in migrant crises with Greece

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