Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien führten Vergeltungsschläge für iranische Angriffe auf ihr Territorium durch, hielten sich diesbezüglich aber bedeckt.
Berichten zufolge führten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) im April direkte Militärschläge gegen den Iran durch und nahmen eine iranische Raffinerie ins Visier, hielten sich jedoch hinsichtlich ihrer aktiven Rolle in den Feindseligkeiten bedeckt. Die VAE griffen eine Raffinerie auf der Insel Lavan im Persischen Golf an, was einen Großbrand auslöste und den Betrieb der Anlage lahmlegte, berichtete das Wall Street Journal (WSJ) am Montag. Der Iran gab damals zu, dass die Raffinerie getroffen worden war, und startete als Vergeltungsmaßnahme Raketen- und Drohnenangriffe gegen die VAE und Kuwait.
Obwohl der Angriff bereits zur Zeit des Waffenstillstands stattfand, hatten die USA nichts dagegen einzuwenden, da sie die aktive Beteiligung der VAE begrüßten, teilte eine Quelle gegenüber dem WSJ mit. Spekulationen über die direkte Beteiligung der VAE an dem Konflikt haben sich seit Mitte März verstärkt, nachdem Aufnahmen eines nicht identifizierten Kampfflugzeugs aufgetaucht waren, das weder den USA noch Israel gehörte und über dem Iran operierte.
Die Emiratis verfügen über eine leistungsfähige Luftwaffe, darunter französische Mirage-Kampfflugzeuge, moderne F-16-Jets und chinesische Wing-Loong-Drohnen, erklärte Generalleutnant Dave Deptula von der US-Luftwaffe. »Sie sind sehr stark in Bezug auf Präzisionsschläge, Flugabwehr, Luftüberwachung, Luftbetankung und Logistik. Wenn man über eine derart fähige Luftwaffe verfügt, warum sollte man dann tatenlos zusehen und Angriffe aus dem Iran hinnehmen, ohne zu reagieren?«
Israel hat kürzlich dabei geholfen, die Kapazitäten der VAE zu erweitern, und ein Iron-Dome-System mit begleitenden Truppen entsandt, um das Land zu schützen. Dies stellte das erste Mal dar, dass Israel eine Luftabwehrbatterie in ein anderes Land entsandte.
Sein starkes Militär hat die VAE zum streitbarsten der Golfstaaten gemacht. So setzten sich die Emirate energisch für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Öffnung der Straße von Hormus ein. Am 5. Mai kündigte das Außenministerium an, eine solche Resolution vorzuschlagen.
Saudische Vergeltungsschläge
Saudi-Arabien startete ebenfalls verdeckte Vergeltungsschläge gegen den Iran, berichtete Reuters am Dienstag unter Berufung auf zwei westliche Beamte sowie zwei iranische Funktionäre.
Die Angriffe der Königlichen Saudischen Luftwaffe sind Berichten zufolge die ersten, bei denen Riad das islamische Regime militärisch auf dessen Territorium ins Visier genommen hat. Westliche Beamte schätzen, dass sie Ende März stattfanden (die jüngste gemeinsame Operation der USA und Israels lief vom 28. Februar bis zum 8. April). Ein Beamter sagte, es handele sich um »Vergeltungsschläge als Reaktion darauf, dass Saudi-Arabien angegriffen wurde«.
Während des Konflikts feuerte Teheran Raketen und Drohnen auf alle sechs Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) ab: Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Saudi-Arabien warnte den Iran im Vorfeld vor Vergeltungsschlägen und ließ dem Luftschlag intensive Diplomatie sowie Drohungen weiterer Maßnahmen folgen. Diese veranlasste laut iranischen und westlichen Beamten beide Seiten dazu, eine informelle Einigung zur Deeskalation zu erzielen. Ein iranischer Beamter bestätigte die Einigung und erklärte, sie ziele darauf ab, »die Feindseligkeiten einzustellen, gegenseitige Interessen zu wahren und eine Eskalation der Spannungen zu verhindern«.






