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Israel revidiert Einschätzungen des Iran und der Hisbollah

Schäden an einem Wohnhaus in Tel Aviv nach dem Einschlag einer iranischen Rakete. (© imago images/Anadolu Agency)
Schäden an einem Wohnhaus in Tel Aviv nach dem Einschlag einer iranischen Rakete. (© imago images/Anadolu Agency)

Sowohl das iranische Regime als auch die Terrorgruppe im Libanon hätten sich als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet.

Der anhaltende Raketenbeschuss aus dem Iran und dem Libanon hat den israelischen Sicherheitsapparat veranlasst, einige seiner Einschätzungen über das militärische Potenzial des iranischen Regimes und der Hisbollah zu revidieren. Insbesondere Letztere habe sich als deutlich widerstandsfähiger erwiesen, als man dies nach dem Krieg im Herbst 2024 angenommen hatte.

Wie Generalmajor Rafi Milo, Chef des Nordkommandos der israelischen Streitkräfte, einräumen musste, bestehe eine „Lücke“ zwischen den Erwartungen der Armee und der tatsächlichen Kampfkraft der Hisbollah. Auch nach mehreren Wochen intensiver militärischer Operationen im Libanon ist die Organisation weiterhin in der Lage, Israel tagtäglich mit Hunderten Raketen anzugreifen.

Viele dieser Angriffe sind gegen israelische Truppen im Südlibanon gerichtet, aber immer wieder erreichen Geschosse auch israelisches Staatsgebiet, und das nicht nur in unmittelbarer Grenznähe. Die Fähigkeiten der Hisbollah stehen im Widerspruch zu früheren Annahmen, die davon ausgegangen waren, dass ein Großteil der militärischen Infrastruktur der Terrorgruppe vernichtet worden sei. Angenommen worden war, dass im Krieg 2024 und in der Zeit danach zwischen 70 und 80 Prozent des Raketenbestands der Islamistentruppe zerstört worden seien.

Auch wenn fortdauernde israelische Angriffe, die Beschlagnahme von Waffen durch die libanesische Armee und Schwierigkeiten mit den Nachschubwegen ihre Wiederaufrüstung behindert haben, hat die Hisbollah diese Probleme anscheinend besser bewältigt als erwartet. Sie verfügt möglicherweise noch immer über Zehntausende Raketen und Hunderte Abschussrampen.

In den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen seit Anfang März soll Israel rund 1.000 Hisbollah-Männer getötet und über 3.500 Ziele der Organisation im Libanon angegriffen haben.

Auch der Iran ist resilienter als erwartet

Unabhängig von der Revision der Einschätzung der Hisbollah hat ein Vertreter des israelischen Luftwaffengeheimdienstes erklärt, dass der Iran weiterhin über mehr als 1.000 ballistische Raketen verfüge, die Israel erreichen können. Trotz intensiver Luftangriffe durch Israel und die USA sei bislang ein erheblicher Teil der iranischen Raketeninfrastruktur intakt geblieben.

Vor dem Krieg wurde die Zahl der iranischen ballistischen Raketen auf rund 2.500 geschätzt. Rund 500 davon wurden bisher auf Israel abgefeuert, Hunderte weitere auf die arabischen Nachbarstaaten des Iran. Laut den Angaben des Geheimdienstvertreters betrage die Abfangquote der israelischen Raketenabwehr 92 Prozent. Zwölf ballistische Raketen mit Sprengköpfen von mehreren Hundert Kilo hätten bisher in bewohntem Gebiet in Israel eingeschlagen und dort erhebliche Zerstörungen verursacht. Bisher seien durch den iranischen Beschuss in Israel sechzehn Menschen ums Leben gekommen, vier weitere wurden bei Einschlägen im Westjordanland getötet.

Zwar hat sich die Intensität der iranischen Angriffe zuletzt verringert, aber die Experten gehen davon aus, dass der Raketenbeschuss nicht vollständig aufhören, sondern noch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden könne. Einem Bericht der New York Times zufolge gelingt es dem Regime sogar, beschädigte Abschussanlagen innerhalb kurzer Zeit wieder funktionsfähig zu machen.

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