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Eine vielsagende Auslassung

Von Alexander Gruber

Hyper_cacher_mars_2015-smallAnschläge auf Juden gelten offensichtlich nicht als Terror, da sie, wie es schon nach den Anschlägen aufs Bataclan im November 2015 hieß, nicht „unbescholtene“ beziehungsweise „beliebige Normalbürger“ träfen, sondern eine „spezielle Bevölkerungskategorie“. Ganz ähnlich dürften es auch die Initiatoren und Unterzeichner jener Petition gesehen haben, die unter dem Titel „Wir, die französischen Muslime, sind bereit unsere Verantwortung zu übernehmen“ am vergangenen Sonntag im französischen Journal de Dimanche erschienen ist.

Der offene Brief, der einen „kulturellen Kampf gegen den radikalen Islam“ sowie eine gesteigerte Transparenz und Offenheit der muslimischen Gemeinden in Frankreich forderte, setzte mit einer Aufzählung der vergangenen Terroranschläge ein: Genannt wurden der Angriff auf die Redaktion von Charly Hebdo, der Angriff auf das Bataclan, der Mord an zwei Polizisten im Juni, der Anschlag auf der Strandpromenade in Nizza und die Ermordung eines Priesters vergangene Woche in der Normandie. Allein die Attacken gegen Juden und jüdische Einrichtungen fanden keine Erwähnung: Weder der Anschlag auf den jüdischen Supermarkt zwei Tage nach dem Charly Hebdo-Attentat wurde in die Liste aufgenommen, noch die Exekution von drei Kindern und einem Rabbi vor einer jüdischen Schule in Toulouse im Jahr 2012 – und dies obwohl beide Angriffe von jenen islamistischen Tätern ausgeführt wurden, deren Ideologie der offene Brief doch erklärtermaßen den Kampf ansagen möchte.

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Dementsprechend attestierte denn auch Robert Ejnes, der Direktor des „Conseil Représentatif des Institutions Juives de France“ (CRIF), den Initiatoren der Petition, dass ihre Erklärung ein denkbar „schlechter Start“ sei für das proklamierte Unterfangen, „Verantwortung zu übernehmen“:

„Ihr habt noch einen langen Weg vor Euch: Ihr müsst eines Tages verstehen, dass diese antisemitischen Attacken gegen *Juden* gerichtet waren, die angegriffen wurden, weil sie Juden sind. Ihr könnt diese antisemitischen Morde nicht ignorieren. Auf jeden Fall werden wir immer hier sein, Euch daran zu erinnern.“

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