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Eine Revolte gegen das gesamte politische System im Irak

Proteste gegen den mittlerweile zurückgetretenen designierten Premierminister Tawfiq Allawi im Irak
Proteste gegen den mittlerweile zurückgetretenen designierten Premierminister Tawfiq Allawi im Irak (© Imago Images / ZUMA Press)

Während der schiitische Kleriker Muqtada al-Sadr die irakischen Proteste anfänglich unterstützte, könnte er es nun sein, der ihnen ein Ende bereitet.

The Baghdad Post

Als im vergangenen Jahr die regierungsfeindlichen Proteste im Irak begannen, waren es die Anhänger des bekannten schiitischen muslimischen Klerikers Muqtada al-Sadr, die den Protest unterstützten. Sie kamen zu Tausenden, besetzten bei Zusammenstößen mit der Bereitschaftspolizei die Frontlinien und sorgten für die Sicherheit der Demonstranten, die sich auf lange Sicht einrichteten. Nun könnte es Sadr sein, der ihren Protest beendet.

Eine Flut von Erklärungen des Klerikers in den letzten Monaten hat die Bewegung gespalten und zu Vorwürfen des Verrats geführt. Er hat seine Anhänger aus den Protestlagern abgezogen und diese Anhänger dann zurückgeschickt, um gegen die dort Verbliebenen zu kämpfen. Die Drohungen seiner Milizionäre haben politische Aktivisten untertauchen lassen. Sadrs Anhänger haben seine Kritiker mit Messern angegriffen. (…)

Die irakische Jugendbewegung hat sich als eine Herausforderung für Sadrs langjähriges Image als Mann, der die Straßen des Landes beherrscht, herausgestellt. Als größter spontaner Aufstand in der Geschichte des Landes hat die Protestbewegung bereits eine Regierung gestürzt und einen designierten Premierminister abgelehnt, den Sadr unterstützt hatte. Der Kandidat, Mohamed Tawfiq Allawi, trat am Sonntag zurück.

Mehr als 500 Demonstranten wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und Sicherheitsbehörden seit Oktober von den irakischen Sicherheitskräften und den vom Iran unterstützten Milizen getötet. Die Gewalt hat das, was als Anti-Korruptionsprotest begann, in eine Revolte gegen das gesamte politische System verwandelt, mit wachsender Wut und Spott gegen die Einmischung des Iran – und nun auch gegen den Kleriker Sadr selbst.

„In diesem Sinne hat sich die Art der irakischen Protestpolitik geändert, nicht Sadr selbst“, sagte Ben Robin-D’Cruz, der an der Universität Edinburgh zur irakischen Politik forscht.

Is Muqtada al-Sadr able to snuff out Iraq’s mass street protests

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