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Eine Million Bäume im Irak zugrunde gegangen

Klimawandel und Dürre setzen dem ohnehin spärlichen Baumbestand im Irak weiter zu
Klimawandel und Dürre setzen dem ohnehin spärlichen Baumbestand im Irak weiter zu (© Imago Images / Anadolu Agency)

Der Irak hat in nur zwei Jahren eine Million Bäume verloren, da Dürre und Klimawandel die ohnehin schon spärliche Vegetation des Landes zerstören.

Wie die Umweltorganisation Green Vision Iraq erklärte, sei der massive Baumverlust auf die Dürreperioden zurückzuführen, von denen die meisten Provinzen betroffen sind, wobei viele Bäume aufgrund von Wassermangel verdorrten und Krankheiten zum Opfer fielen. »Grünflächen, die als Lungen der Städte dienen, sind ausgetrocknet, verschmutzt und abgestorben«, erklärte die Organisation in einer Stellungnahme.

Doch auch menschliche Aktivitäten gefährden den Bestand: Viele Bäume seien absichtlich gefällt und an Fischräuchereien verkauft worden, insbesondere Maulbeerbäume, die in der Provinz Diyala wegen ihres Aromas für geräucherten Fisch geschätzt werden.

Die Grünflächenbedeckung im Irak beträgt laut dem Numbeo Quality of Life Index nur zweihundert Quadratmeter pro Person, was weit unter dem globalen Durchschnitt von 12.000 Quadratmetern liegt. Dem Index zufolge benötigt jeder Iraker 75 Bäume für eine ausreichende Sauerstoffversorgung. Der Klimawandel verursacht dem Land täglich wirtschaftliche Verluste in Höhe von rund einer Million Dollar, wobei der Gesundheitssektor durch die Kosten für die Behandlung von Atemwegserkrankungen am stärksten betroffen ist, so die Umweltgruppe.

Fortschreitende Wüstenbildung

Der Ausschuss für Landwirtschaft, Wasser und Sümpfe des Parlaments hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Wüstenbildung mittlerweile mehr als zwanzig Gebiete im Irak betreffe und fordert eine umfassende nationale Strategie zur Bekämpfung dieses »gefährlichen Umweltphänomens«. Die Krise wird durch den stetigen Rückgang des Wasserflusses von Tigris und Euphrat verschärft, deren Pegel durch den Bau von Staudämmen in der Türkei und im Iran um dreißig bis vierzig Prozent unterhalb der normalen Durchschnittswerte liegen.

Wasserminister Aoun Diab bezeichnete das heurige Jahr als »eines der schwierigsten Jahre für den Irak in Bezug auf Wasser«, da die nationalen Reserven auf weniger als acht Milliarden Kubikmeter sinken werden, was der niedrigste Stand seit Jahrzehnten wäre. Der Irak zählt zu jenen Ländern, die weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffen sind und sieht sich laut den Vereinten Nationen mit der schlimmsten Dürre seit dem Jahr 1933 konfrontiert.

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