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Was eine Fluglinie mit der Corona-Epidemie im Iran zu tun hat

Die Fluglinie Mahan Air spielte bei der Verbreitung des Corona-Virus im Iran eine entscheidende Rolle. (imago images/Xinhua)
Die Fluglinie Mahan Air spielte bei der Verbreitung des Corona-Virus im Iran eine entscheidende Rolle. (imago images/Xinhua)

Mahan Air, die den Revolutionsgarden nahe steht, flog ununterbrochen weiter nach China, nachdem im Iran bereits die ersten Corona-Toten zu verzeichnen waren.

Kevjn Lim, Foreign Policy

Es gibt viele Gründe, warum der Iran zum lodernden Epizentrum der Coronavirus-Pandemie im Nahen Osten geworden ist. Dazu gehören der Versuch der Regierung, den Ausbruch zu verbergen, unzureichende Testkapazitäten, die Weigerung, Städte und schiitische Schreine abzuriegeln, Aberglaube, Politisierung und Propaganda, die den üblichen Feinden des Iran die Schuld geben, sowie der Mangel an Ernsthaftigkeit im Umgang mit der Krise.

All diese Faktoren spielen zweifellos eine Rolle, aber es gibt noch einen anderen, weitaus weniger bekannten Verdächtigen, der die Krankheit in den Iran gebracht und ihre Ausbreitung in der Bevölkerung verschlimmert hat: eine private iranische Fluggesellschaft, die an die ideologische Armee des Regimes angebunden ist und von den Vereinigten Staaten unter Sanktionen gestellt wird, und die noch viele Wochen nach dem Ausbruch der Epidemie ununterbrochen Flüge von und nach China, einschließlich Wuhan, fortsetzte. Bahram Parsaei, ein Mitglied des iranischen Parlaments, bezeichnete kürzlich Mahan Air und die iranische zivile Luftfahrtorganisation als die Hauptverantwortlichen für den verheerenden Ausbruch der Krankheit. (…)

Die Fluggesellschaft befindet sich zwar in Privatbesitz, hat aber Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden und deren Quds-Brigade, einer Geheimdienst- und Sondereinsatzeinheit, die von den Vereinigten Staaten und anderen Regierungen als terroristische Organisation eingestuft wird. Mahan Air wurde von Washington unter Sanktionen gestellt, weil sie den Revolutionsgarden geholfen hat, Waffen und Personal zur Unterstützung des Regimes von Baschar al-Assad im brutalen Bürgerkrieg in Syrien zu befördern.

In einem Tweet am 2. Februar stellte Chinas Botschafter im Iran, Chang Hua, fest, dass der CEO von Mahan Air, Hamid Arabnejad, gesagt habe, dass er weiterhin mit China zusammenarbeiten wolle. (…) In einer Pressemitteilung behauptete Mahan Air, dass sie alle Notfall-Rückführungsflüge aus Wuhan und anderswo seit dem 5. Februar eingestellt habe.

Doch selbst nach diesem Datum setzte Mahan Air die Flüge zwischen Teheran und vier chinesischen Großstädten – Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen – fort, und zwar bis zum 23. Februar mindestens 55 Mal, wie das von den USA finanzierte Radio Farda auf der Grundlage von Daten von Flightradar24 recherchierte. Selbst am 4. März, zwei Wochen, nachdem die Regierung die ersten beiden offiziellen Todesfälle des Iran durch die vom Virus verursachte Krankheit COVID-19 bekannt gegeben hatte, flog Mahan Air noch immer nach Peking und Shanghai und hatte gerade die Direktflüge nach Guangzhou und Shenzhen wieder aufgenommen. (…)

Während sich die Lage im Iran verschlechterte, flog Mahan Air weiterhin von und nach China, darunter acht Flugzeugladungen mit medizinischer Notfallausrüstung. Laut Mohammad Eslami, dem Minister für Straßen und Stadtentwicklung, flog Mahan Air auch drei Flüge zur Rückführung von Iranern, darunter einen aus Wuhan, um iranische Studenten zurückzubringen. (…)

Mahan Air wird auch verdächtigt, chinesische Staatsangehörige auf diesen angeblichen Frachtflügen geflogen zu haben. Der stellvertretende Gesundheitsminister, Alireza Raisi, sagte kürzlich, dass epidemiologische Studien gezeigt hätten, dass die Herkunft des Corona-Virus in Qom, dem iranischen Äquivalent von Wuhan, „eindeutig und spezifisch“ mit chinesischen Arbeitern und Universitätsstudenten in Verbindung gebracht werden kann. (…)

Die mutmaßliche Verbindung zwischen den Flügen der Mahan Air und dem Beginn der Verbreitung der Krankheit in Qom wird von auch von einigen Iranern gezogen. In den sozialen Medien wurde gar darüber berichtet, dass auf dem Flughafen von Qom ein Flugzeug der Mahan Air mit Steinen angegriffen worden sei. (…)

Viele Entscheidungen der Regierung haben die Krise für die iranische Bevölkerung noch verschlimmert, und es herrscht weiterhin wenig Transparenz – auch über die Rolle der Mahan Air. Während die Iraner weiterhin an dem neuen Virus erkranken und sterben, könnte die Legitimität des Regimes bei der eigenen Bevölkerung auf dem Spiel stehen wie nie zuvor.

How an Iranian Airline Tied to Terrorism Likely Spread the Virus (and Lied About It)

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