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Ein Plädoyer gegen die Verharmlosung des Iran durch westliche »Experten«

„Das mediale Interesse des Westens an den iranischen Wahlen war groß. Vor diesem Hintergrund ist es wohltuend, dass eine aktuelle Studie mit Verweis auf den institutionellen Aufbau des iranischen Regimes ausführlich darlegt, warum die Islamische Republik nicht reformierbar ist und inwiefern das Dauergeplänkel zwischen vermeintlichen ‚Reformern‘ und ‚Hardlinern‘, zwischen ‚Moderaten‘ und ‚Konservativen‘ letztlich nur der Stabilität der Herrschaft der Ayatollahs dient. Das Buch der Göttinger Politikwissenschaftler Sarah Sinnreich und Behrouz Khosrozadeh ist ein Einspruch gegen die seit der Wahl Hassan Rohanis zum Präsidenten geradezu endemisch gewordene Verharmlosung des iranischen Regimes. …

 

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Die Studie ruft in Erinnerung, dass die konkurrierenden Fraktionen in der Islamischen Republik sich kaum darüber streiten, was die Ziele der islamischen Revolution sind, sondern in erster Linie nur, wie diese Ziele am besten erreicht werden können. Bemerkenswert ist sowohl die Kritik an in deutschsprachigen Medien dauerpräsenten Iran-Experten wie Michael Lüders und Udo Steinbach, denen Naivität hinsichtlich der irrationalen Elemente in der khomeinistischen Ideologie attestiert wird …

Anders allerdings als Lüders und ähnliche Nahost-Experten, welche die Bedrohung Israels durch das iranische Regime in einer atemberaubenden Projektion regelmäßig in Kriegslüsternheit des jüdischen Staates gegen den Iran umdeuten, zeichnen Sinnreich und Khosrozadeh ein realistisches Bild sowohl von den Vernichtungsphantasien der herrschenden Mullahs als auch von den israelischen Handlungsoptionen gegenüber dem iranischen Regime und halten fest, dass Israel in keinem Fall ‚unbedacht einen Krieg beginnen‘ würde. Sie betonen die Zentralität der antiamerikanischen und antiisraelischen Hetze für die Ideologie des Regimes und kritisieren jene ‚naiven westlichen Experten‘, die meinen, die Parolen gegen Israel und die USA seien für die Machthaber in Teheran lediglich Rhetorik.“ (Eine Rezension des Politikwissenschaftlers Stephan Grigat in der deutschen Wochenzeitung  Jungle World: „Alles harmlos?“)

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