Ein Krieg mit Israel könnte der Hisbollah nützen

„Angesichts der Tatsache, dass die Hisbollah jetzt mehr Territorium in Syrien kontrolliert, könnte es sein, dass Israel im nächsten Krieg an zwei oder mehr Fronten und nicht nur gegen die Hisbollah, sondern gegen sämtliche schiitischen Milizen in Syrien wird kämpfen müssen. Unter der Leitung der iranischen Quds-Einheit führt die Hisbollah heute Zehntausende schiitische Kämpfer aus dem Libanon, Syrien, dem Irak, Afghanistan, Pakistan und dem Jemen an. Hassan Nasrallah warnte vor kurzem, jeder künftige israelische Krieg gegen Syrien oder den Libanon werde Tausende Kämpfer aus diesen Milizen mit einbeziehen, die zur Zeit das syrische Regime unterstützen. Mit anderen Worten, der nächste Krieg könnte in Wirklichkeit ein Krieg zwischen Israel und dem Iran sein. So mag ein Krieg unvermeidlich und dessen Kontext komplizierter sein als je zuvor. Da die Hisbollah inzwischen eine Regionalmacht und die führende schiitische Miliz ist, könnte eine künftiger Konflikt in der Tat sämtliche schiitische Milizen in der Region einbeziehen und somit zur Auseinandersetzung mit der Quds-Einheit des iranischen Korps der Revolutionsgarden führen. (…)

Der Schaden, den der Libanon und dessen Zivilbevölkerung dabei nehmen würden, wird die Hisbollah nicht kümmern. Ganz im Gegenteil, ein Krieg mit Israel, der zum Tod von Zivilisten und zur Zerstörungen staatlicher Einrichtungen und Infrastruktur führen würde, könnte von der Hisbollah ausgenutzt werden, um die Unterstützung der Öffentlichkeit für den ‚Widerstand’ zurückzugewinnen, dessen Attraktivität seit der Intervention der Hisbollah in Syrien rückläufig gewesen ist. Tatsächlich stehen die Libanesen, einschließlich vieler Schiiten, der ‚Partei Gottes’ zunehmends kritisch gegenüber. Der lange Krieg in Syrien hat insbesondere die schiitische Bevölkerung, die viele ihrer jungen Männer verloren hat, schwer belastet, ohne dass er diesmal mit einem ‚göttlichen Sieg’ belohnt wurde. Zudem haben Umschichtungen im Haushalt der Hisbollah dazu geführt, dass die Sozialleistungen der Organisation massiv gekürzt wurden, wodurch viele arme Familien sich in Not befinden. Obwohl viele Schiiten die Gruppe für ein Fanal des Widerstands und der Befreiung halten, ist diese Perspektive durch die Syrienkrise seit langem beeinträchtigt worden, und viele halten die Hisbollah inzwischen für eine sektiererische Miliz, die für die regionalen Ambitionen des Iran kämpft.“ (Hanin Ghaddar: „A war with Hizbollah would essentially mean war with Iran this time around“)

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