Ein Friede lässt sich unter falschen Prämissen nicht erreichen

„Es ist bemerkenswert, dass so viele Kommentatoren ihre Meinung darüber zum Ausdruck bringen, wie der Frieden zu fördern sei, ohne offenbar zu verstehen, worum die Parteien kämpfen. Also vergegenwärtigen wir uns warum es einen arabisch-jüdischen Konflikt in Palästina gibt und warum er seit mehr als einem Jahrhundert andauert. Im Kern geht es um die Überzeugung, dass Palästina, so wie der Rest des Nahen Ostens, ausschließlich den Arabern gehört und dass es eine weder hinnehmbare noch aushaltbare Ungerechtigkeit darstellt, dass Juden über arabisches Territorium die Herrschaft ausüben. (…) Seit Jahrzehnten wird allgemein angenommen, es gehe bei dem arabisch-israelischen Problem im Kern um die Gebiete, die Israel 1967 eroberte sowie die israelischen Siedlungen dort. Dass das nicht stimmt, sollte aber offensichtlich sein. Warum provozierten Ägypten, Syrien und Jordanien überhaupt den Krieg von 1967? Der Konflikt reicht in Wirklichkeit weit hinter 1967, ja selbst hinter die israelische Staatsgründung von 1948 zurück.

US-amerikanische Regierungsvertreter werden nur zur Beendigung des palästinensisch-israelischen Konflikts beitragen können, wenn sie wirklich begreifen, worum es bei dem Konflikt geht. Die gängige Meinung führt seit Jahrzehnten nur zum Scheitern der Diplomatie. Es ist an der Zeit, an den Konflikt auf eine neue und besser informierte Weise heranzugehen. (…) Die palästinensischen Anführer müssen den Glauben aufgeben, dass Israel eine vorrübergehende Erscheinung ist, die eines Tages ausgelöscht werden kann. Und sie müssen ihre abstrakten Gerechtigkeitsvorstellungen zugunsten der praktischen Frage hintanstellen, welches das für sie beste erreichbare Abkommen ist. Seit seiner Gründung im Jahr 1897 haben die Anführer des politischen Zionismus niemals auf absoluter Gerechtigkeit bestanden. Sie gingen niemals davon aus, dass sie 100 Prozent dessen erreichen würden, wovon sie meinten, dass die Juden es verdient hätten. Diejenigen, die Positionen der Macht innehatten, haben Kompromisse niemals für unehrenhaft gehalten. Sie ließen sich auf die jeweils beste erreichbare Abmachung ein und machten aus dem, was sie erreichen konnten, das meiste, um einen freien, florierenden und mächtigen Staat aufzubauen. Die Anführer der Palästinenser sollten versuchen, das gleiche für ihr Volk zu erreichen.“ (Douglas J. Feith: „Why Recognizing Jerusalem Is Good for Peace“)

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