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Ehrenmorde: Diskussion mit ideologischen Scheuklappen

Will nicht von „Ehrenmorden“ sprechen: Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke). (© imago images/epd)
Will nicht von „Ehrenmorden“ sprechen: Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke). (© imago images/epd)

Die Gegner des Begriffs „Ehrenmord“ sitzen dem Irrglauben auf, man könne das Phänomen verschwinden machen, indem man es nicht konkret benennt.

Oliver Maksan, Neue Zürcher Zeitung

Eine junge Afghanin wird von ihren Brüdern wegen ihres „westlichen“ Lebensstils ermordet, die Männer sitzen in Untersuchungshaft – und Teile der deutschen Öffentlichkeit diskutieren seit Tagen ernsthaft darüber, ob es Ehrenmorde überhaupt gebe oder ob sie nicht besser als Gewalt gegen Frauen an sich eingeordnet würden. Würde man das Muster nicht schon kennen, wäre man fassungslos. (…)

Die Frauenrechtler [von Terre des Femmes] widersprachen damit unter anderem Berlins linker Integrationssenatorin Elke Breitenbach. Diese hatte sich zunächst geweigert, angesichts des Falls der im Juli in Berlin ermordeten und in Bayern verscharrten Afghanin von Ehrenmord zu sprechen. Es handle sich um tödliche Gewalt gegen Frauen, wie sie in Deutschland jeden dritten Tag vorkomme. (…)

Die deutsche Debatte würde indes an Schärfe verlieren, wenn klar würde, dass Ehrenmord kein exklusiv islamisches oder unmittelbar vom Islam ableitbares Problem ist, wiewohl es zahlenmäßig im islamischen Kulturkreis am häufigsten auftritt. (…) Es ist zudem falsch, das Phänomen Ehrenmord allein durch die feministische Brille lesen zu wollen. Auch Männer können Opfer eines Ehrenmords werden, Homosexuelle etwa. Laut einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts aus dem Jahr 2011 waren in Deutschland im Untersuchungszeitraum 43 Prozent der Opfer Männer.

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(Aus dem Artikel „Integration: Linkes Denken verhindert Prävention“, der bei der Neuen Zürcher Zeitung erschienen ist.)

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